Polizei
Geisterfahrer auf der A 96 bei Buchloe ndash Laut Gesetz droht sogar eine Freiheitsstrafe

Es ist der Albtraum eines jeden Autofahrers: Plötzlich wird das Musikprogramm des Radiosenders für eine dringliche Verkehrsmeldung unterbrochen, für die Nachricht von einem Geisterfahrer, unterwegs in falscher Richtung. Meist folgt dazu die Aufforderung, möglichst nicht zu überholen, das Tempo zu drosseln und äußerst rechts zu fahren. 'Um das Risiko eines schweren Unfalls zu senken, ist im Fall des Falles vor allem richtiges Verhalten gefragt', sagt Christian Owsinski vom Polizeipräsidium Schwaben/Süd, das auch für Buchloe und Umgebung zuständig ist.

Am Freitagmorgen um kurz vor sieben Uhr waren davon auch diejenigen Autofahrer betroffen, die mit ihrem Wagen gerade auf der Autobahn 96 zwischen Buchloe-West und Bad Wörishofen in Richtung Lindau unterwegs waren. In diesem Fall ließ die Entwarnung aber nicht lange auf sich warten, die Falschfahrt endete glimpflich.

Es war bereits Geisterfahrer Nummer 31, der seit Beginn des Jahres im Zuständigkeitsbereich des Kemptener Polizeipräsidiums unterwegs war – auf den Autobahnen 7, 8, 96 und 980. Dazu kommen weitere Fälle auf der ausgebauten B 19 südlich von Kempten. 'Die längste Strecke, die ein Geisterfahrer zurückgelegt hat, waren 8,5 Kilometer, für einen anderen war die Falschfahrt schon nach 100 Metern vorbei', erzählt Owsinski.

Die Ursachen, so der Polizeisprecher, können verschieden sein: Zu Geisterfahrern werden demnach häufig alkoholisierte, verwirrte oder ältere Verkehrsteilnehmer, welche die Beschilderungen nicht mehr richtig erkennen können. 'Entweder sie fahren bei der Auffahrt falsch ein oder merken, dass sie eine Ausfahrt verpasst haben und wenden dann auf der Autobahn', meint Owsinski. Der Polizei bleibt jedoch aufgrund des fließenden Verkehrs wenig Handlungsspielraum, erst sechs der 30 Falschfahrer in diesem Jahr konnten auch gestellt werden. Erster Schritt sei aber auf jeden Fall, eine Warnmeldung über Rundfunk und Internet auszusenden.

Von Anzeige bis Fahrverbot

Eine Geisterfahrt sei eine Straftat im Bereich der Straßenverkehrsgefährdung und führe auf jeden Fall zu einer Anzeige. In der Gesetzesvorschrift heißt es: 'Wer im Straßenverkehr [] grob verkehrswidrig und rücksichtslos [] fährt und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.' Auch ein Fahrverbot könne laut Polizei unter Umständen in Betracht kommen.

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