Herbstkreisversammlung
Gartenbau-Kreisfachberater Hartmut Stauder präsentiert in Buchloe Ergebnisse des Friedhofswettbewerbs Der gute Ort

Ein abendfüllendes Programm war in der voll besetzten 'Alp-Villa' geboten. Die Buchloer Blumen- und Gartenfreunde hatten sich für die Ausrichtung der traditionellen Herbstversammlung des Ostallgäuer Kreisverbandes für Gartenbau und Landschaftspflege beworben – zum Dank für die jahrelange gute Zusammenarbeit mit Kreisfachberater Hartmut Stauder, der demnächst in den Ruhestand geht.

Kreisvorsitzender Kaspar Rager stellte den 'größten Verband in ganz Bayern' vor. Es sei bewundernswert, was die Gartenbauvereine in der Region leisteten. Bürgermeister Josef Schweinberger präsentierte Zahlen und Fakten rund um die Stadt Buchloe, das 'Tor zum Allgäu', mit ihren 12 300 Einwohnern. Mit Lichtbildern zeigte er eine familienfreundliche 'Stadt zum Wohnen' – mit ihren vielfältigen Schul-, Freizeit-, Sport- und Kulturangeboten.

Huber Heider, Vorsitzender der gastgebenden Buchloer Blumen- und Gartenfreunde, stellte seinen 361 Mitglieder zählenden und damit größten Verein im Landkreis vor.

Der im Jahre 1901 als 'Garten- und Bienenfreunde' gegründete Verein zählt er zu den ältesten der Stadt und sei in der Bevölkerung 'beliebt und geschätzt'. Vor allem das 'Wir-Gefühl' in der Zusammenarbeit mit anderen wolle man stärken, beispielsweise mit innerstädtischen Pflanzaktionen 'zum Wohle der Bürger'. Als besondere Leistung zur 'Stadtverschönerung' stellte Heider die im Jahre 2008 angelegte Streuobstwiese heraus.

Im Hauptthema des Abends ging es um die Gestaltung von Friedhofsanlagen, den von der Kreisfachberatung initiierten Wettbewerb 'Der gute Ort'. Sinn und Zweck war laut Stauder nicht, 'Sieger zu ermitteln', sondern eine Diskussion um das veränderte Friedhofs- und Bestattungswesen in Gang zu bringen.

Es sei ein verstärkter Trend zu Urnenbestattungen festzustellen, Familiengräber seien immer weniger nachgefragt und anonyme Bestattungen nähmen zu. Mit vielen Beispielen gab Stauder Tipps zur ansprechenden Gestaltung der Grabanlagen, in denen sich der Besucher wohlfühlt. Insbesondere an den Urnenwänden hatte er viel zu bemängeln.

Trotz hohem finanziellen Aufwand erwiesen sie sich nicht als 'funktionsfähig', hätten teilweise 'Schließfachcharakter'. Auch die Ansammlung von Blumen, Vasen, Figuren und Kerzen als 'verständlichem' Ausdruck der Trauer wirke wie ein 'Kramerladen', der den Gesamteindruck beeinträchtige.

Ein großes Problem sei auch die 'Ostung' der Gräber auf alten Anlagen, ohne Rücksicht auf Wege und Topografie. Dies führe zur ausnahmslosen Rückansicht auf kahle Wände beim Betreten der Friedhöfe. Auch der behindertengerechte Zugang war ein Thema. Auf hohen Kiesaufschüttungen versinke zum Beispiel so mancher Rollator.

Jurymitglied war auch Hermann Rudolph, Landesinnungsmeister des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks. Seiner Meinung nach ist der Friedhof ein Spiegelbild der Gemeinde. Er lege Wert auf die Begrifflichkeit 'Der gute Ort'. Angesichts der Tatsache, dass in manchen Regionen bis zu 90 Prozent anonyme Bestattungen stattfänden, verfielen die Gemeinden in 'Aktionismus'. Das Wichtigste sei jedoch, dass 'ich' einen eigenen Ort zur Trauerbewältigung habe.

Für die musikalische Umrahmung sorgten die Buchloer 'Maulquappen'.

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