Gemeinderat
Friedhofsgebühren in Waal steigen um über 100 Prozent

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Das Sterben in Waal wird mehr als doppelt so teuer wie bisher. Die Friedhofsgebühren steigen in Zukunft um über 100 Prozent. Der Gemeinderat verabschiedete in seiner jüngsten Sitzung eine neue Friedhofssatzung und eine neue Gebührensatzung (siehe Info-Kasten). Hintergrund ist zum einen eine Forderung des örtlichen Rechnungsprüfungsausschusses. Er bemängelte, die Kosten für den Friedhof seien nicht kostendeckend; zum anderen wurde in Waal vor Kurzem eine neue Urnenwand errichtet. Auch hierfür musste der Gemeinderat neue Gebühren festlegen. 'Die alte Satzung stammt aus dem Jahr 1982', erläuterte Bürgermeister Alois Porzelius eingangs.

Nun, 30 Jahre später, sei es an der Zeit, diese zu überarbeiten und gleichzeitig neue Gebühren festzulegen. Denn im Schnitt der vergangenen fünf Jahre erwirtschaftete die Kommune im Bestattungswesen ein jährliches Defizit von rund 7000 Euro, machte Christoph Echter von der Kämmerei der Verwaltungsgemeinschaft deutlich.

Er war es auch, der die neue Satzung dem Gemeinderat vorstellte. So habe man sich entschieden, die Ruhefrist künftig auf 35 Jahre für Erdbestattungen zu verlängern; wird ein Eichensarg verwendet, beträgt die Ruhefrist gar 60 Jahre.

Grund sei der lehmhaltige Untergrund am Waaler Friedhof, der eine Verrottung erschwere, sagte Echter. Nach Ablauf dieser Frist könnten Angehörige die Grabstätte weiter behalten und diese für weitere fünf, zehn oder 20 Jahre erwerben.

Für Urnen schlug Echter eine Ruhefrist von 15 Jahren vor, egal ob sich diese in der neuen Urnenwand oder in einem Erdgrab befinden.

Auch eine weitere Besonderheit des Waaler Friedhofs trat in der anschließenden Diskussion zutage: So gibt es am Friedhof Doppel- und Familiengräber Erster und Zweiter Klasse. 'Das hat sich historisch so ergeben', sagte dazu Bürgermeister Alois Porzelius. Gräber Erster Klasse befänden sich 'eher an den Randbereichen'.

Gerdi Bartholl sprach sich schließlich dafür aus, dass am Friedhof keine Steine aus ausbeuterischer Kinderarbeit verwendet werden. Dem stimmte das Gremium einhellig zu. Die Verwaltung soll diese Passage in die Satzung einarbeiten.

'Es ist klar, dass die Erhöhung jetzt ein großer Sprung im Vergleich zu den bisherigen Gebühren darstellt', sagte Bürgermeister Porzelius. Verglichen mit anderen Kommunen seien die neuen Waaler Gebühren dennoch 'moderat'. 'Man sollte auch einmal sehen, dass die alte Satzung sehr lange galt', meinte der Bürgermeister.

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