Treffen
Fast wunschlos glücklich

Kaum offene Wünsche hat anscheinend die Fuchstaler Jugend. Diesen Eindruck hatten zumindest, die Besucher der Jungbürgerversammlung im Foyer der Fuchstalhalle. Knapp 40 junge Leute nahmen daran teil. Bürgermeister Erwin Karg nutzte dabei die Gelegenheit, um von der jungen Generation «mehr Respekt» vor den freiwilligen Leistungen der Gemeinde in der Jugendarbeit einzufordern.

Jugendpfleger Moritz Hartmann hatte Karg gebeten, seine Ausführungen zu den Aufgaben der Gemeinde und den derzeit laufenden Projekten sehr knapp zu halten - und der Bürgermeister hielt sich an die Vorgabe.

Auf besondere Aufmerksamkeit stieß die scherzhafte Feststellung von Erwin Karg, bei der Befahrung der Ascher Ortskanäle habe die Kamera eine Begegnung mit einer Ratte gehabt und die Gemeinde beabsichtige, diese Aufzeichnung sogar ins Internet zu stellen.

Als nach etwa einer halben Stunde schließlich die jungen Leute zu Wort kamen, bedurfte es erst eines deutlichen Machtwortes von Podiumsteilnehmer und Gemeindejugendreferent Heinz Nehrenheim, um mehr Sachlichkeit in die zunächst eher albernen Wortbeiträge zu bringen.

Die Vorschläge der Jugendlichen, was man denn noch am Ort benötige, erschöpften sich im Wesentlichen dann allerdings in einem «Erste-Hilfe-Kasten» für den Jugendtreff und in einem «flexibleren Zugang» zur der Sporthalle. Über Jugendpfleger Moritz Hartmann sei es sicherlich möglich, Belegungszeiten zu vereinbaren, meinte Karg und auf Nachfrage erklärte eine ganze Reihe von Anwesenden ihr Interesse an einer sportlichen Betätigung außerhalb eines Vereins.

«Dies ist nicht im Sinne der Gemeinde», entgegnete der Bürgermeister allerdings dem Vorschlag, die Internetversorgung des Jugendraums zu verbessern «um Filme aus dem Internet zu laden».

«Die Gemeinde ist fair zu euch und deshalb seid auch fair zu uns», erklärte Karg angesichts des oft sorglosen Umgangs mit der Einrichtung im Jugendtreff. Persönlich verletzt habe ihn die großflächige Schmiererei an der Fuchstalhalle und er fordere den Täter auf, sich bei ihm zu melden, um die Sache zu regeln, «denn raus käme es früher oder später ohnehin», meinte er. Karg wünsche sich von der Jugend, dass sie sich mit ihrem Ort identifiziere und stolz darauf sei, hier zu wohnen. Auf die abschließende Frage, wie denn ihrer Meinung nach die Gemeinde Fuchstal in 30 Jahren aussehen solle, wünschte sich ein Anwesender, dass der Ort auch weiterhin überschaubar bleibe. Am Ende diskutierten die Podiumsteilnehmer und die zwei anwesenden Gemeinderäte intensiv darüber, wie man die Veranstaltung künftig effektiver gestalten könnte.

(hoe)

 

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