Special Fasching im Allgäu SPECIAL

Fasching
«Fantastisches Schauspiel»

Die närrische Runde durch den Singoldmarkt Waal feiert heuer Jubiläum: Zum zehnten Mal wird sich am kommenden Faschingssonntag der Gaudi-Wa(a)l durch die Ortschaft schlängeln. Alle zwei Jahre findet der traditionelle Faschingsumzug in den Straßen der Gemeinde statt. Die erste Ausgabe des Spektakels gab es aber nicht etwa vor 20 Jahren, wie Karl Dost weiß. «Der erste Umzug wurde schon 1968 veranstaltet. Zwischendrin haben wir allerdings eine längere Pause damit eingelegt», sagt der Vorsitzende der Waaler Wasserwacht, die den Umzug seit jeher ausrichtet.

Abwechselnd mit Igling

Seit einigen Jahren finde der Gaudi-Wa(a)l nun wieder regelmäßig statt - im Zwei-Jahres-Rhythmus abwechselnd mit dem Umzug in Igling. «Das funktioniert gut, weil wir uns so gegenseitig nicht die Zuschauer wegnehmen», erklärt Dost, der bereits zum vierten Mal als Zugeinteiler fungiert.

Die Vorfreude sei groß in der Marktgemeinde - eben weil es den Marsch nur alle zwei Jahre gebe, aber auch weil das Publikum wieder ein «fantastisches Schauspiel» erwarte. Der Clou beim Gaudi-Wa(a)l ist nämlich, dass sämtliche Wägen - egal ob kleiner Boller- oder großer Heuwagen - ausschließlich mit Muskelkraft gezogen werden dürfen. Keine Traktoren oder Tiere, nur Menschen dürfen die Karren fortbewegen. Das war bereits 1968 so. «Man musste schon damals viele Sicherheitsauflagen erfüllen, wenn Kraftfahrzeuge dabei waren», berichtet Hubert Klucek, ebenfalls bei der Wasserwacht Waal.

«Wir haben also so angefangen und es seither so belassen. Somit kann einfach auch weniger passieren.»

Die «lustigsten Konstruktionen» entstünden dadurch, ergänzt Dost. «Wo sonst der Traktor dranhängt, ziehen acht, zehn oder gar 15 Mann. Da geht es entsprechend gemütlich zu, ist mitunter aber auch ganz schön anstrengend», so der 57-jährige Rettungsassistent. Gerne erinnert er sich an Höhepunkte vergangener Umzüge zurück. Wie vor einigen Jahren, als eine Gruppe mit der Konfettikanone durch ein offenes Schlafzimmerfenster geschossen hat. «Noch heute finden die Leute dort Papierschnipsel in den hintersten Ritzen», sagt Dost lachend.

Immer mehr Zuschauer

Die Anzahl der teilnehmenden Gruppen habe sich dabei über die vergangenen Jahre zumeist konstant gehalten (siehe Info-Kasten). «Zuschauer sind es aber im Lauf der Zeit immer mehr geworden. Das zeigt, dass wir etwas zu bieten haben.» Auch was die Mottos und Themen der einzelnen Gruppen betrifft - neben zahlreichen Vereinen nehmen auch Privatleute aus Waal und den Umlandgemeinden teil. Davon dringe jedoch nur sehr wenig bis gar nichts vor dem Faschingssonntag an die Öffentlichkeit. «Es werden teilweise Staatsgeheimnisse daraus gemacht - und das ist auch gut so», sagt Organisator Dost. Da wird die Gemeindepolitik aufs Korn genommen und andere «brisante Geschichten, die eine Steilvorlage liefern», humorvoll und hier und da auch sarkastisch aufgearbeitet. Auch die «Geburt» des Gaudi-Wa(a)ls im Jahr 1968 soll heuer zum Jubiläum thematisch berücksichtigt werden. Mehr will Dost aber natürlich nicht verraten.

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