Gemeinderat
«Es geht ja nicht um drei Euro fünfzig»

Die Gemeinde Waal liegt bei ihren derzeitigen Bauprojekten deutlich über den geplanten Kosten. Dies ergab ein umfangreicher Rechenschaftsbericht von Walter Rohrmoser bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Der Architekt dokumentierte jedoch, dass nicht die Teuerung der ausgeschriebenen Gewerke, sondern ausschließlich zusätzlich notwendig gewordene Baumaßnahmen und von Behörden verordnete Auflagen für die höheren Kosten verantwortlich sind.

Der Rechenschaftsbericht war die Folge einer Gemeinderatssitzung Ende Oktober dieses Jahres. Damals wurde bekannt, dass die Baukosten für das Projekt Renovierung des ehemaligen Polizeigebäudes/Neubau Feuerwehrhaus in Waal mehrere zehntausend Euro über der Planung liegt. Gerdi Bartholl hatte daraufhin Bürgermeister Alois Porzelius mangelnde Transparenz und eine schlechte Informationspolitik vorgeworfen. Rohrmoser präsentierte nun gleich eine Kostenaufstellung aller von ihm betreuten Projekte in Waal. Beim Projekt Polizeigebäude/Feuerwehr liege man derzeit mit 543000 Euro knapp mit 55000 Euro über der ursprünglichen Schätzung.

Die sei jedoch ausschließlich auf zusätzliche Leistungen, wie etwa die gesetzlich vorgeschriebene Lüftungsanlage für die Fahrzeughalle, eine Drainage zur Gebäudeentwässerung oder neue Bodenbeläge zurückzuführen.

Neue Tore für die Turnhalle

Ähnlich verhält es sich bei der Grundschule. Zwar werde die Gemeinde sowohl bei der energetischen Sanierung des alten Gebäudeteils (ursprüngliche Kostenschätzung 444000 Euro) und dem Anbau der neuen Räume für die Mittagsbetreuung (247000 Euro) rund 30000 Euro billiger fahren. Dafür seien Behördenauflagen hinzugekommen, welche die Gemeinde wohl rund 90000 Euro kosten dürften - unter anderem Brandschutztüren, eine Behindertentoilette sowie neue Tore für die Turnhalle.

Im Zuge der Baumaßnahmen sei das Gebäude von Behördenvertretern geprüft worden, erklärte zweite Bürgermeisterin Christa Völk. «Die neuen Kosten sind im Vornherein auf keinen Fall absehbar gewesen. Gekommen wären sie aber sicherlich. Anderenfalls vielleicht ein Jahr später.»

Wann man darüber entschieden habe, wollte Bartholl wissen. Sie kritisierte erneut eine mangelnde Information im Gemeinderat. So sei bei den Abstimmungen über die einzelnen Gewerke nicht deutlich geworden, wie groß der zusätzliche Gesamtbetrag letztlich sei. «Es geht hier ja nicht um drei Euro fünfzig. Das kann doch nicht sein.» Dass unvorhergesehene Kosten auftauchen, diese Erfahrung mache man bei fast jedem öffentlichen Bauprojekt, entgegnete Robert Protschka. «Nur deswegen können wir doch nicht sagen, wir stellen den ganzen Bau ein.

» Man habe mit dem Projekt begonnen, nun müsse man es durchziehen, meinte auch Porzelius. Ferner stehe jedem Gemeinderat die Möglichkeit offen, bei der Vergabe der Gewerke mitzuschreiben und diese zu addieren. «Für ein derartiges Misstrauen habe ich jedoch kein Verständnis.» (drs)

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