Aktion
Erlebnisreicher Ausflug für Grundschüler aus Buchloe zur Deponie Oberostendorf

Die Klasse 4a der Comenius-Grundschule Buchloe wiegt 930 Kilogramm. Samt Rucksack und Brotzeit stehen die Kinder aufgeregt auf der Waage der Mülldeponie Oberostendorf, die normalerweise für die voll beladenen Autos gedacht ist. Oliver hat das Gewicht seiner Klasse richtig geschätzt – und erhält als Belohnung ein Springseil, das aus recyceltem Müll hergestellt wurde.

Zuvor haben die Schüler mit Hans Mooser, einem Mitarbeiter der kommunalen Abfallwirtschaft, und Jochen Karg, der auf der Deponie arbeitet, das ganze Gelände unter die Lupe genommen. Sie nehmen an einer speziellen Führung für Schulklassen teil. In einer Halle auf der Deponie zeigen die Grundschüler, wie gut sie Bescheid wissen über die Müllarten und die Entsorgung.

Plastik ist kein Wertstoff

'Was haben die Leute früher mit ihren Müll gemacht, bevor es Deponien dafür gab?', fragt Mooser, woraufhin die Kinder energisch ihre Finger in die Höhe strecken. Sie sind sich einig: Früher wurde der Müll in Seen, Gruben, Wälder und Bäche geschüttet, wodurch die Natur und vor allem das Grundwasser verschmutzt wurden. Heutzutage wird im besten Fall alles getrennt: Restmüll von Wertstoffen und Plastik.

'Plastik wird mit dem Rohstoff Erdöl hergestellt, davon gibt es ja nicht so viel', antwortet ein Schüler auf die Frage, weshalb Plastik kein Wertstoff sei. Der Tipp von Mooser ist deshalb, lieber Glas- statt Plastikflaschen zu verwenden.

Doch wie war das noch mal mit den farbigen Glasflaschen? In welchen Container kommt was? 'Die blauen kommen in Grün', behauptet Valentin. Die Müllexperten sind verblüfft und möchten wissen, woher er das so genau weiß. 'Von meinen Eltern', erklärt dieser und bekommt für die richtige Antwort etwas Süßes.

Den Aufbau und die vielen verschiedenen Schichten, die unter der Erdoberfläche der Deponie liegen erklärt Karg den Kindern anhand großer Schautafeln. Angetan sind die Buben und Mädchen von einem Roboter, der durch die Sickerwasserrohre fährt, um zu kontrollieren, ob es ein Leck gibt. Auf einem Video sieht die Klasse sich die Fahrt an.

Dann geht es nach draußen. An einer Stelle liegt ein Berg aus alten Sofas, Stühlen, Tischen und sonstigem Sperrmüll. Als im nächsten Moment ein Bagger über den Berg fährt, geht ein Raunen durch die Menge. Zu den schwarzen Planen, die zum Teil über dem Gelände ausgebreitet sind, sagt Celina: 'Da könnte man super eine Wasserrutsche daraus machen.'

Mit großer Begeisterung geht es im Anschluss über viele Treppenstufen 16 Meter tief unter die Erde zu den zwei Sickerwasserbecken. Karg erklärt in der Tiefe, dass ein Becken abgepumpt wird, sobald das Wasser darin die Höhe von zwei Metern erreicht hat.

'Dann wäre es hier ganz schön laut, ich hab schon berechnet, dass die Pumpen jetzt nicht loslegen', sagt er. Die Viertklässler erfahren zudem, dass beim Verbrennen von Restmüll Wärme entsteht und diese wiederum Strom erzeugt.

Beeindruckt setzen sich die Kinder auf eine Wiese auf dem Gelände zum Brotzeitmachen, mit dem neuen Wissen, dass unter ihnen so einiges an Müll lagert.

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