Neujahrskonzert
Ensembles und Solisten musizieren für die Kirche

Mehrere Ensembles und Solisten hatten unter der Gesamtleitung von Kirchenmusiker Thorsten Schmehr am Samstagabend zu einem üppigen Benefizkonzert zugunsten der Renovierung der Stadtpfarrkirche eingeladen. Dabei ließen sie bei der Auswahl der Musik noch einmal Zauber, Glanz und Innigkeit der Weihnachtszeit aufleben.

Einen besonderen Akzent setzte Josef Kagermeiers Lesung der Weihnachtsgeschichte «Die drei stillen Messen» von Alphonse Daudet, entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts. Die geheimnisvoll-amüsante Gruselgeschichte handelt von einem von maßloser Völlerei getriebenen Abbé im 17. Jahrhundert handelt, der - an seinem Laster in der Heiligen Nacht verstorben - schließlich 300 Jahre lang als Geist korrekt Weihnachtsmessen lesen muss, bevor er ins Paradies darf.

Das musikalische Programm war äußerst vielfältig: Der Chor der Stadtpfarrkirche, das Ensemble des Buchloer Frauenchores und die Cantorei St.

Stephan boten - im Wechsel sensibel begleitet von einem teilweise bläserunterstützten Streicherensemble, der Stubenmusik Buchloe oder Orgel und E-Piano - einen Strauß bekannter Weihnachtslieder in reizvollen Arrangements; im Volkston gehaltene Sätze zur Weihnachtszeit, aber auch Auszüge aus «ernsten» Werken. Alle Sänger agierten dabei sehr textorientiert, mit Sorgfalt die Verläufe nachzeichnend und mit warmer, lebhafter, auch zarter Intensität.

Den stärksten Eindruck hinterließ der Chor der Stadtpfarrkirche mit einem glockenhell und markant umgesetzten «Laudate Dominum» aus Südamerika, dem griffigen, quasi als Schlusschor fungierenden «Siehe, ich verkündige euch» oder dem «Zu Bethlehem geboren» in swingend-leichtem Pastoralenrhythmus.

Bedrückend schön

Oft gleichwertig musizierte auch das Ensemble des Buchloer Frauenchores: Berückend schön, schlüssig den Text vermittelnd und mit Geschmeidigkeit in den Läufen wurden die französischen Weihnachtslieder «Engel singen Jubellieder» und «Engel haben Himmelslieder angestimmt», aber Auszüge aus einer Advents- und Weihnachtskantate von Rubenberger umgesetzt.

Im solistischen Bereich glänzte an diesem Abend Helmut Jambor (Tenor), der neben dem Arioso «Er weidet seine Herde» aus Händels «Messias» mit «Christbaum» und «Die Könige» auch zwei weniger bekannte, aber nicht weniger reizvolle Stücke von Peter Cornelius (1824 bis 1874) stimmlich fundiert und sicher, gleichermaßen beseelt wie bewegt zu Gehör brachte.

Durchwegs überzeugende Leistungen zeigten auch die Instrumentalisten: Stephan Reschke an der Orgel intonierte in klarer und überlegter Registrierung ein Allegro von Walther, nachdem er in der ersten Konzerthälfte in einer Pastorale die typische Chromatik Max Regers bei aller Heimeligkeit gut durchhörbar hielt und so den Cantus firmus nie klanglich zudeckte.

Monika Götzfried zeigte sich in Werken von Manfredini und Mozart mit sorgfältigen Phrasierungen auf der Trompete wie der Querflöte gleichermaßen versiert.

Claudio Fabbreschi steuerte mit äußerst reizvollen Sätzen über Themen von Händels «Joy to the World» bis Irving Berlins «White Christmas» jazzig pointierte Farben anglo-amerikanischen Klangzuschnitts bei.

Die Walzermelodien und der «Weihnachtsboarische» der Stubenmusik zeigten sich hell, optimistisch, harmonisch hörenswert und teilweise gespickt mit anspruchsvollen Solo-Passagen für die Zither.

Auch das Streichquartett (Detlev Fuchs/Martina Hajek: Violinen; Wolfgang Melchior: Viola; Gabor Cseri: Violincello) sowie Thorsten Schmehr (Basso Continuo) unterlegten das musikalische Geschehen jederzeit einfühlsam, stimmig in der Aussage und mit dezent glanzvollem Charme.

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