Informationsabend
Enge Kooperation und Spezialisierung sind die Zukunft der Kliniken

Der Leitspruch der Befürworter des Ratsbegehrens prangte auf der Leinwand im Kolpinghaus Buchloe: 'Es geht uns alle an.' Landrat Johann Fleschhut machte bei der Infoveranstaltung zur Zukunft des Klinikenverbundes Ostallgäu-Kaufbeuren, die der Buchloer Krankenhausförderverein zusammen mit dem Landkreis Ostallgäu organisiert hatte, deutlich: 'Jeder soll zur Entscheidung gehen; der Austritt aus dem Verbund bringt uns nicht in eine gut strukturierte, sichere Zukunft.'

'Wenn alle zur Entscheidung gehen, dann ist es eine Landkreisabstimmung', so Fleschhut. Die 'Wiege' liege zwar in Marktoberdorf, aber nicht nur von dort aus dürfe eine Entscheidung getroffen werden. Der Verbleib im Verbund sei die Voraussetzung für moderne und wirtschaftliche Kliniken.

Krankenkassen und Ministerium rieten schon seit Jahren zur Umstrukturierung: 'Als einzelner Standort kann man nicht bei den Kassen landen und beim Ministerium bekommt man schwer Fördermittel. Es herrsche ein Ärztemangel und 'nur im Verbund lassen sich Personalengpässe ausgleichen', sagte er. Höchste Qualität erreiche man nur durch Spezialisierung. Das Bürgerbegehren sehe das anders. 'Fünf Standorte mit Grundversorgung schaffen Konkurrenz untereinander', so Fleschhut.

Dr. Christian Alex aus Waal, ehemaliger leitender Arzt des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung sowie Kreis- und Verwaltungsrat (CSU), ging auf letzteren Punkt ein: 'Die Spezialisierung ist entscheidend. Heutzutage gibt es keinen Arzt mehr, der alles kann.' Junge, kompetente Mediziner entschieden sich in ihrer Ausbildung eher für einen Verbund, in dem sie die volle Ausbildung durchlaufen können. Viele Spitzenleute in der Medizin rieten, im Verbund zu bleiben, 'alles andere wäre ein Rückschritt ins Nirwana und nicht zum Wohl der Patienten'.

Man müsse nicht immer 'über den Tellerrand schauen', wenn es um einen geplanten Eingriff geht, sagte Hubert Endhardt, Fraktionssprecher der Grünen im Kreistag und stellvertretender Verwaltungsrat. 'Wir haben beispielsweise eine echte Fachfrau im Wundzentrum in Marktoberdorf.

Auch für ein neues Gelenk würde ich mich für die Klinik Obergünzburg entscheiden.' Jeder Patient müsse sich informieren, um zu erkennen, dass 'wir hier echte Spezialisten haben'. Im Krankenhaus St. Josef sei die enge Kooperation mit dem Darmzentrum in Kaufbeuren gestärkt worden, außerdem mit dem Endoprothetikzentrum in Obergünzburg und mit der Kardiologie in Füssen. 'Enge Kooperation, das wird unser oberstes Ziel sein', sagte Endhardt.

Nach Ansicht von Alois Schmalholz, Fördervereinsvorsitzender der Klinik St. Josef, ist es besonders wichtig, in Buchloe eine gute Grundversorgung zu schaffen und eng mit der Verwaltung zusammenzuarbeiten.

Bei der Diskussion mahnte auch Dr. Wilhelm Heinzler-Rödl zu mehr Absprache unter den Chefärzten: 'Wir dürfen nicht nur von Kaufbeuren aus gesteuert werden.' Fleschhut gab zu, dass die Kommunikation bisher 'nicht zufriedenstellend war'. Man arbeite bereits an einer besseren Absprache.

RSA - Der Allgäusender berichten am kommenden Sonntag ab 17:00 live vom Bürger- und Ratsbegehren aus dem Landratsamt Marktoberdorf.

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