Vortrag
Energieberater informiert in Buchloe über erneuerbare Energien und Altbausanierung

Über die Steigerung der Energieeffizienz referierte Klaus Röthele vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza) in Buchloe. Er kam auf Einladung des CSU-Ortsverbandes. Einleitend ließ Ortsvorsitzender Franz Nusser die Beschlüsse zur Energiewende Revue passieren. Die Gesetze sind laut Nusser aber erst der Anfang, denn «geschafft ist die Wende erst, wenn der letzte Meiler vom Netz geht und wir eine sichere, bezahlbare und saubere Energieversorgung haben».

Weg von der Abhängigkeit

Der Ortsvorsitzende zeigte sich sicher, dass dieses Ziel ambitioniert, aber machbar sei. << Die Zeit nur zu fordern und zu demonstrieren ist vorbei. Jetzt muss jeder Einzelne handeln >>, forderte Nusser. Mit dieser Meinung stand er nicht alleine da, denn etliche Buchloer kamen ins Kolpinghaus, um sich über ihre eigenen Potenziale und Möglichkeiten zu informieren.

Energieberater Klaus Rötheles oberstes Ziel ist es, von fossiler Rohstoffabhängigkeit zu nachhaltiger Energieversorgung zu gelangen. So wird beispielsweise auch beim Klimaschutzkonzept, das die Stadt Buchloe in Auftrag gegeben hat, eine Energie- und CO2-Bilanz aufzeigen, wo Einsparpotenziale vorhanden sind und wo die Erzeugung von erneuerbarer Energie möglich und sinnvoll ist.

Für private Nutzer spielt die Solarenergie eine große Rolle. Grundsätzlich wird hier zwischen Solarstrom (Fotovoltaik) und Solarwärme unterschieden. Fotovoltaik ist an guten Standorten wirtschaftlich. Der gewonnene Strom wird gegen eine garantierte Vergütung ins Netz eingespeist. Die Senkung der Einspeisevergütung war laut Röthele richtig, da die Solarzellen immer besser und günstiger werden.

Speicherung als Problem

Ein großes Problem bei der Solarstromerzeugung aber ist die Speicherung der Energie. Dies ist ein großer Vorteil bei der Solarwärme. Die gewonnene Wärme wird in Warmwasserspeichern gespeichert. Allerdings haben solche Anlagen hohe Investitionskosten. Für die Zukunft kann sich der Energieexperte auch Großspeicher mit Warmwasser vorstellen. Große Potenziale als Energiespeicher sieht Röthele in der Kopplung der Strom- und Gasnetze.

Hier werden durch elektrischen Strom Wassermoleküle gespalten. Lässt man den Wasserstoff dann mit CO2 reagieren, entsteht Methan. Dieses Verfahren an sich ist seit Langem bekannt. Es in großem Maßstab einzusetzen, um Engpässe durch erneuerbare Energien auszugleichen, sei dagegen ein neuer Ansatz.

Wegen des schlechten Nutzungsgrades hält Röthele von Biogas nicht viel. << Alles ist besser, als Pflanzen für Energie zu verbrauchen >>, so der Energieexperte.

Ein Schwerpunkt des Abends war die Altbausanierung. Provozierend meinte der Energieberater: << Heizen ist das ständige Ausgleichen von Baumängeln. >> Deshalb solle die Gebäudehülle so gut gedämmt werden, damit auf eine große Heizung verzichtet werden kann. Fenster (außer Dachfenster) werden heutzutage positiv in der Energiebilanz gewertet. Allerdings sollte der Rahmenanteil möglichst gering sein, empfahl Röthele.

Wärmebrücken vermeiden

Vor allem Luftdichtheit und die Vermeidung von Wärmebrücken seien Voraussetzung für die Wirksamkeit der Dämmung. Dies unterstrich Röthele mit praktischen Beispielen.

Bei allen Maßnahmen gibt die Energieeinsparverordnung die Mindeststandards vor, die eingehalten werden müssen. Wird aber darüber hinaus investiert, so winken attraktive Förderprogramme durch die KfW.

Info Jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr steht Klaus Linder in der Energie-Beratungsstelle im Buchloer Rathaus für Auskünfte zur Verfügung.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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