Hauptausschuss
Elektromobilität: Buchloe als Dreh- und Angelpunkt für Pendlerstudie

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Wie kann man Elektromobilität in Zukunft in der Stadt Buchloe und im Landkreis Ostallgäu etablieren? Dieser Frage soll eine wissenschaftlich begleitete Mobilitätsanalyse auf den Grund gehen. Die Mitglieder des Hauptausschusses signalisierten bereits großes Interesse, sich seitens der Stadt an der Studie zu beteiligen. Angelegt auf drei Jahre

Im Mittelpunkt steht das Verhalten der Pendler, die den Park+Ride-Platz südlich (Am Landehof) und westlich der Bahn (Karwendelstraße) nutzen. 'Wir planen einen Feldversuch, angelegt auf drei Jahre, aus dem sich ein Forschungsobjekt entwickeln soll', erläuterte Eckhart Wruck.

Er leitet bei den Lechwerken (LEW) den Bereich Elektromobilität. Neben seinem Unternehmen und der Stadt sollen sich der Landkreis Ostallgäu und die Forschungsstelle für Energiewirtschaft in München an der Studie beteiligen (siehe Info-Kasten).

Zu den Zielen der 'Mobilitätsanalyse zur Anbindung des ländlichen an den städtischen Raum', wie das Vorhaben ganz offiziell heißt, gehört es, das Verhalten der Pendler zunächst zu erfassen und zu bewerten. Dabei soll das Potenzial zur Nutzung von Elektro-Fahrzeugen ausgelotet werden – ebenso Möglichkeiten zur Vermeidung von Kohlendioxid.

'Wir erhoffen uns, Erkenntnisse über den Einsatz von Elektro-Fahrzeugen zu finden', sagte Wruck. Zudem sei an ein 'übertragbares und energieeffizientes Mobilitätskonzept für den ländlichen Raum' gedacht. Für andere Gemeinden soll daraus ein Leitfaden zur Umsetzung entwickelt werden.

Buchloe sei mit zahlreichen Pendlern, die von hier nach Augsburg und München fahren, ein 'idealer Dreh- und Angelpunkt'. Den Pendelverkehr im ländlichen Raum genau hier unter die Lupe zu nehmen, würde deshalb 'gut in das Fördervorhaben passen', urteilte Wruck.

Denn die Modellregion München werde mit rund 48 Millionen Euro im Bereich der Elektromobilität gefördert – und auch Buchloe könnte davon partizipieren. Zum einen, meinte Wruck, brächte die Teilnahme an der Studie eine positive, überregionale Imagewerbung; zum anderen seien die Erkenntnisse aus der Analyse bei der Umgestaltung des Pendlerparkplatzes dienlich.

Denn die Untersuchung stelle eine wichtige Grundlage bei dessen Umbau dar. 'Buchloe nähme hier eine Vorreiterrolle ein', gab sich Wruck überzeugt.

Kosten würde das Projekt rund 1,66 Millionen Euro, wovon allein 800 000 Euro für die Anschaffung entsprechender Fahrzeuge bereitgestellt werden müssten. Wruck rechnet mit rund 50 Prozent Förderung.

Von den restlichen Kosten würden die Lechwerke 540 000 Euro tragen, auf die Stadt kämen rund 107 000 Euro zu (71 000 Euro für Personal und 36 000 Euro Sachaufwand). Der Landkreis müsste sich mit insgesamt 100 000 Euro beteiligen, und die Forschungsstelle würde einen Personalaufwand in Höhe von 360 000 Euro einbringen, rechnete Wruck vor.

Räte zeigen sich aufgeschlossen

'Ich denke, wir nähmen da gutes Geld in die Hand und bekämen beste Ergebnisse, um unseren neuen P+R-Platz zu bauen', meinte Bürgermeister Josef Schweinberger. Auch die Stadträte sahen das Projekt in der Diskussion äußerst wohlwollend.

'Der Weg in die Zukunft führt zu E-Fahrzeugen', sagte Rudolf Grieb (UBI). Er regte an, für den Betrieb der Fahrzeuge nur erneuerbare Energie zu nutzen und brachte ein 'Solardach auf dem Parkdeck' ins Gespräch. Vor allem die 'Kompetenz der Partner' gefiel Herbert Barthelmes (CSU), während Irmgard Ablasser (CSU) die 'positive PR für uns' in den Vordergrund stellte. 'Das wäre ein wichtiger Beitrag für die Umwelt', meinte sie.

Monika Strohmayer (SPD) wollte wissen, 'wie es nach drei Jahren weitergeht'. Und Robert Pöschl (CSU) wünschte sich, die Infrastruktur der Ladestationen solle 'langfristig nutzbar sein'.

Sollte die Nachfrage groß genug sein, könne man dies durchaus belassen, signalisiert Wruck. Erklärtes Ziel der Bundesregierung sei es ja, bis 2020 eine Million Elektro-Fahrzeuge in Deutschland zu betreiben. 'Das wären für diesen Raum ein paar Hundert', meinte Wruck: 'Und ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen.'

Eine Entscheidung über die Teilnahme an der Studie fällt der Stadtrat am Dienstag, 31. Januar, ab 19 Uhr in seiner nächsten Sitzung. Ende Januar endet auch die Bewerbungsfrist zur Teilnahme an der Mobilitätsstudie.

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