Kunst
«Die verborgene Schönheit sichtbar machen»

Wie lange dauert es, bis man ein Buchloer ist? «Als wir Anfang der 70er Jahre aus München hierher zogen, dachte ich: vier Generationen.» Werner Ehrbar, der Maler, lacht. Mittlerweile sind er und seine Frau Marianne angekommen, «eingewachsen», wie sie es nennt. Das Künstlerehepaar hat seine neue Heimat gefunden, in Buchloe. «Heimat» - so lautet auch der Titel der neuen Ausstellung des Malers. Ab Samstag sind rund 50 Werke von Werner Ehrbar wieder im Buchloer Rathaus zu sehen.

«Ich versuche, das Thema Buchloe immer wieder neu zu interpretieren», erklärt der 62-Jährige. Heraus gekommen ist ein facettenreicher und fröhlicher, ein freundlicher und farbenfroher Zyklus rund um die Gennachstadt - in Acryl auf Holz, in Öl oder als Aquarell.

Dabei ist dem Künstler durchaus bewusst, dass man sich dem Thema Heimat auch kritisch nähern kann. «Das ist wie in der Kunst, wo das Destruktive oft das Spektakuläre ist», bedauert Ehrbar und erklärt: «Ich versuche hingegen, das Positive herauszuarbeiten.» Genaues Hinschauen sei dazu notwendig. Gerade in Buchloe. Hier sei dies «bedeutend schwieriger» als etwa in historisch gewachsenen Städten wie Venedig oder Landsberg - auch diesen Orten hat sich Ehrbar in den vergangenen Jahren immer wieder gerne genähert.

Zeichenbrett im Rucksack

Die Schönheit Buchloes liege oft im Verborgenen. Doch man findet sie, «man muss sie nur sichtbar machen», ist der Künstler überzeugt. Zu Fuß unterwegs, das Zeichenbrett im Rucksack, hat er so wieder viele neue Winkel und Perspektiven entdeckt. Melancholisch wirkende Ecken wie etwa am Schroppberg taucht er in leuchtende Farben und erzeugt so eine poesievolle Stimmung.

Bunte Ballone, satte Menschen

Über dem Rathaus schweben bunte Ballone und vor dem alten Gasthaus «Krone» wälzen sich satte Menschen zufrieden im Gras. Sogar als Chronist betätigt sich der Maler - etwa dann, wenn er Bauernhöfe zeichnet, die bald einem Neubau weichen, oder bereits abgerissen worden sind.

Gerade vor dem Hintergrund von drohenden Gefahren wie Krise oder Terror hätten die Menschen «doch immer Sehnsucht nach einer heilen Welt», meint Ehrbar. Und gerade diese Welt will der Maler in seinen Bildern zeigen. «Wir sind halt Optimisten», sagt er fast schon entschuldigend, doch er könne sich nun einmal nicht verstellen.

Wird er als «Schönmaler» bezeichnet, ist dies für Ehrbar ein Kompliment. «Ebenso, wenn die Leute zu mir kommen und sagen: Ich wusste gar nicht, dass wir hier so schöne Ecken haben. In der Schönheit liegt das Geheimnis der Welt», ist der gelernte Schriftsetzer und Grafiker überzeugt: «Und gerade mit Buchloe, unserer Heimat, verbinde ich viele positive, schöne Empfindungen.»

Die Vernissage zur Ausstellung «Heimat» findet am kommenden Samstag, 27. November, um 19 Uhr im Rathausfoyer statt. Bis Ende Januar sind die Bilder zu den Rathaus-Öffnugnzeiten zu sehen. An den Sonntagen, 28. November, 5., 12. und 19. Dezember ist der Künstler zwischen 14 und 17 Uhr persönlich anwesend.

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