Pläne
«Die Krone wird es in dieser Form nicht mehr geben»

Wohnungen, Büros, Geschäftsräume und vielleicht ein kleiner gastronomischer Betrieb wie zum Beispiel ein Café oder eine italienische Trattoria direkt an der Gennach mit Blick auf den Immlepark. So könnte sich das ehemalige Gasthaus «Zur Krone» in ein paar Jahren präsentieren. Wenn es nach Besitzer Martin Knie geht, soll bereits nach dem Winter mit den umfangreichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen begonnen werden.

Der Gastronom, der insgesamt neun Gaststätten, Hotels und Cafés in Buchloe, Kaufbeuren und Türkheim betreibt, kaufte das zum Teil denkmalgeschützte Anwesen am Rathausplatz im September 2008 von der Memminger Brauerei (siehe Info-Kasten). Am heutigen Dienstag beschäftigt sich der Buchloer Stadtrat in seiner Sitzung mit dem Bauantrag für die «Krone».

Getränkemarkt zieht aus

Derzeit wird nur ein Teil des nicht unterkellerten Hauses genutzt. Bis Ende des Jahres soll der Getränkemarkt ausziehen. Das Geschäft ist dann wieder in den früheren Räumen in der Ludwigstraße zu finden. Der Pachtvertrag ist laut Knie bereits ausgelaufen.

Einen genauen Zeitplan für die Arbeiten gebe es nicht. «Ich rechne mit einigen Baustopps und Pausen», sagt Knie. Es sei etwas anderes, ein altes Gebäude umzubauen und zu sanieren, als etwas komplett Neues zu errichten.

Das markante Gebäude an der Ecke Rathausplatz/Rotkreuzstraße hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Wie alt genau das Anwesen ist, ist nicht bekannt. «Buchloe erstreckte sich früher von der Stephanskirche bis zur Gennach», erklärt Heimatkundler Udo Matyssek. Die Bahnhofstraße habe es damals noch nicht gegeben. Auch eine Brücke über die Gennach existierte nicht, sondern lediglich eine Furt. Der Rathausplatz hieß früher Schrannenplatz, abgeleitet von der alten Schranne (ein Getreidehandels- und Lagerhaus), dem heutigen Heimatmuseum.

Als erster Besitzer (um 1680) tauchen Michael Brugger (Bierwirt) sowie Elisabeth und Franz Diesel (Bierwirt und Brauer) in den Geschichtsbüchern auf. 1737 übernahm Hans Jörg Steger, ein Bräuer und Lebzelter (Lebkuchenbäcker), das Haus. Lange Zeit hatte das Anwesen deshalb den Hausnamen «Zum Lebzelter».

1803 kam Buchloe, das bis dahin zum Territorium des Hochstiftes Augsburg gehörte, an Bayern, das dann 1806 Königreich wurde. Zu dieser Zeit wurde der Name des Hauses «Lebzelter» geändert. «Die Buchloer hatten nun, wie viele andere Ortschaften im Lande, einen ,Gasthof zur Krone», heißt es in Band zwei von «Buchloe im Wandel der Zeit». Erst vor etwa 25 Jahren wurde das Gebäude umfassend saniert und erhielt unter anderem einen neuen Putz, berichtet Knie.

Den denkmalgeschützten, schmiedeeisernen Ausleger der «Krone», der auch Elemente aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, unter anderem einen Adler, enthält, hat Knie dem Heimatmuseum als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Ob er den Ausleger nach dem Umbau wieder am Gebäude befestigt, weiß der Gastronom noch nicht, denn: «Das Gasthaus ,Zur Krone wird es in dieser Form nicht mehr geben.»

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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