Konzert
Die Huber Schwarz Band würdigt im Garten des Deutschen Hauses ihr Idol Bob Dylan

Das war schon ein besonderer Vormittag, als sich die Huber & Schwarz Band bei einer Matinee im Deutsches Haus in Waal aufmachte, ihrem großen Idol Bob Dylan zu Ehren seines 70. Geburtstages ihre Referenz zu erweisen. Die Musiker wagten sich an ein musikalisches und lyrisches Phänomen heran, wohl wissend, so Gitarrenvirtuose Werner Schwarz, dass Bob Dylan, Verkörperung von Folk, Prophet der Bürgerrechtsbewegung sowie Gewissen und Stimme der jungen Generation, eigentlich nicht zu ergründen sei.

Immerhin wurde Dylan für seine tief greifenden Texte mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet und steht damit in der ersten Reihe der Dichter der Gegenwart und es sei an der Zeit, meinte Gesangsinterpret und Gitarrist Dr. Karl Huber aus Weinhausen, dass dem Meister der Lyrik der Nobelpreis für Literatur zuerkannt werde.

Dass diese Matinee-Veranstaltung die Erwartungen der Dylan-Fans erfüllen würde, war absehbar, fühlen sich doch die Mitglieder der Band gerade diesem Künstler in besonderer Weise verbunden.

Sie trafen mit exzellentem Können genau jenen Ton, den Dylan angestrebt hatte, als der stets zu Neuem bereite Meister ab 1987 algorithmisch sein Gitarrenspiel im Gleichklang mit seiner Stimme zur treibenden Kraft erhöhte und dem Instrument variantenreich und fernab jeder Improvisation mehr Geltung verschaffte.

Ausverkauftes Haus. Ein Indiz, dass die Huber & Schwarz Band in Kreisen von Folk-Begeisterten eine besondere Wertschätzung genießt, das war auch in Waal spürbar.

Dort begleiteten die aufmerksamen Fans die 24 Bob-Dylan-Lieder mit großem Beifall, der spüren ließ, wie verbunden sie sich mit den Melodien und der tiefgründigen Poesie des Meisters fühlen.

Belehrung und Inspiration

Es wurde schnell klar, dass die Mitglieder der Band, wie der bravourös aufspielende Sologitarrist Huber es ausdrückte, von früher Jugend an die Musik des Meisters als Belehrung und Inspiration empfanden und die gesellschaftliche Relevanz zeitig erkannten. Unauffällig, jedoch sehr effektiv, agierten Schlagzeuger Paul Demel und Bassgitarrist Fabian Schwarz, dessen Gesang an Johnny Cash erinnert.

Pianistin Isolde Daigeber legte mit ihrem Keyboard den fülligen Klangteppich, vor dem die Gitarrensolisten sich im Soli und Rhythmus abwechselten, wenn angezeigt, mit tonalen Veränderungen und brüchigen Einspielungen, wie sie Dylan seit etwa 1985 gewollt in die Songs seiner Jugend einfließen lässt.

Einige Lieder begleitete Daigeber mit ihrer klangvollen Hochstimme, Joan Baez lässt grüßen, sodass auch der romantische Wesenszug der Texte und Melodien Dylans spürbar wurden. Nach einigen Zugaben beendete eines der schönsten Lieder Dylans, Mr. Tambourine Man, das Konzert.

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