Frühling
Die grüne Oase auf Vordermann bringen - Sonnentage locken die Hobbygärtner ins Freie

Ach du lieber Lenz: Wenn es in den kleinen Gärtchen und weitläufigen Anlagen wieder so richtig wuselt, darf man sicher sein: Der Frühling ist endgültig angekommen. Temperaturen jenseits der 20 Grad soll das erste April-Wochenende bringen. Die Herzen der Hobbygärtner hüpfen. «Ich habe den Frühling wie immer herbeigesehnt. Es ist so schön, wieder hinaus ins Grüne zu können», frohlockt Berta Lehnardt.

Schon vor Wochen hat sie die ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen genutzt, um die Saison in ihrem Kleingarten im Norden Buchloes zu eröffnen. «Jetzt wird hier erst mal alles auf Vordermann gebracht», erklärt die 73-Jährige, die seit 30 Jahren passionierte Freizeitgärtnerin ist. Das Laub vom vergangenen Herbst muss noch weg, die Beete gilt es zu ziehen - dort soll bald der Spinat sprießen - und natürlich brauchen die ersten Pflanzen schon ihre Pflege. Im kleinen Gewächshaus sind die Radieschen bereits aufgegangen, drumherum tummeln sich Salatpflänzchen. «Die wollen wir im Mai ja schon essen», sagt die Buchloerin.

Bald wird sie Tomatenpflanzen einsetzen - alles Marke Eigenanbau. Die habe sie zu Hause nämlich bereits gesät, denn die Pflanzen zu kaufen, sei teuer geworden. «Hier weiß ich obendrein, dass alles Bio ist», sagt sie schmunzelnd.

Kein Gemüse, dafür reichlich Blumen wachsen schon im Schrebergarten von Michael Link im Süden der Stadt. «Das sind die Winterharten, also die Schneeglöckchen, Osterglocken, Tulpen, Krokusse, die da sprießen», erklärt der 67-jährige Rentner. Seit Ende Februar ist er so gut wie täglich bei jedem Wetter draußen in seiner kleinen grünen Oase. «Ich verbringe hier viele Stunden. Das brauche ich einfach», sagt der ehemalige Schreiner.

Der Rasen ist längst vertikuliert, Gartenlaube und -bänkchen sind frisch gestrichen, an einigen noch kahlen Sträuchern hängen bunte Ostereier. «Die Rosen schneide ich aber noch nicht zurück», erzählt Link. «Das muss warten bis Mitte Mai nach den Eisheiligen.»

Langsam ans Freie gewöhnen

Denn, so erklärt auch Hartmut Stauder, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt, «was der April so treibt, das weiß man nie.» Es könne in den kommenden Wochen durchaus noch einmal ordentlich kalt werden. «Da muss man mit einigen Dingen noch zurückhaltend umgehen», empfiehlt der Fachmann. Balkon- und Kübelpflanzen könne man zwar schon aus dem Winterquartier holen, auf Schädlinge untersuchen, neue Erde geben und dann langsam ans Freie gewöhnen. «Aber man sollte sie ebenso nachts vor Kälte wie tagsüber vor der prallen Sonne schützen. Sonst kriegen sie einen Sonnenbrand», erläutert Stauder.

Den wird vielleicht auch der ein oder andere Hobbygärtner an diesem Wochenende beim Hacken, Graben, Zupfen und Schneiden davon tragen. Eigentlich höchste Zeit dafür, geht es nach Berta Lehnardt: «Wir sind hier im Allgäu. Da ist der Frühling doch sowieso oft später dran.»

Die Chancen, dass er sich nun bei uns einnistet, stehen laut Wetterprognose gut. Und selbst wenn in den nächsten Tagen ein paar Regentropfen fallen sollten: Auch diese brauchen die Pflanzen, um zu gedeihen. Willkommen, lieber Lenz!

Lesen Sie zu diesem Thema auch unsere Wocheendreportage 'Frühlingserwachen in den Allgäuer Gärten'

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