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Die Buchloer Kunstmühle Schmid genießt große Tradition und Beliebtheit bei Kunden

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Das ist große Tradition: Laut erster urkundlicher Erwähnung steht die Buchloer Kunstmühle bereits seit 700 Jahren an der Gennach. 1937 übernahm die Familie Schmid den Müllerbetrieb. 2005 übergab Anton Schmid senior die Mühle an seinen Sohn Anton junior (43). Gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Frau führt der Müllermeister heute den Familienbetrieb.

Herr Schmid, was genau verbirgt sich hinter dem Begriff «Kunstmühle»?

Anton Schmid jun.: Er stammt aus der Zeit um 1900, als die Mühlen vom Mahlen mit Naturstein weggegangen sind und auf Stahlwalzen umgestellt haben. Es wurden ab dieser Zeit also künstliche Maschinen eingesetzt. Der Name galt außerdem als fortschrittlich.

Welche Produkte stellen Sie in der Mühle her?

Schmid: Wir produzieren Mehl aus den drei Getreidesorten Weizen, Dinkel und Roggen. Dabei gibt es wiederum verschiedene Mehltypen. Beim Weizen sind es beispielsweise drei, außerdem mahlen wir Weizengrieß und Spätzlemehl.

Beim Roggen gibt es ebenfalls drei Mehltypen, zudem Vollkornmehl und Schrot. Aus Dinkel stellen wir einen Mehltyp, Vollkornmehl, Dinkelschrot und -grieß her.

Wie läuft die Herstellung des Mehls genau ab?

Schmid: Das Getreide wird gereinigt, dann werden verschiedene Getreidesorten, zum Beispiel vom Weizen, zusammengemischt und anschließend noch mal gereinigt. Es gibt allein zehn Reinigungsstufen. Anschließend wird es vermahlen. Dabei gibt es neun Stufen bis zum fertigen Mehl.

Was genau zeichnet denn ein gutes Mehl überhaupt aus?

Schmid: Die wichtigsten Qualitätsmerkmale sind die Ergiebigkeit und das Backvolumen - also wie viel Teig ich aus dem Mehl am Ende heraus bekomme.

Inwiefern nutzen Sie zur Produktion noch die Wasserkraft der Gennach?

Schmid: Ein Mühlrad gibt es seit 1941 nicht mehr. Das wurde damals durch eine Turbine ersetzt. Die liefert uns durchschnittlich 85 Prozent der benötigten Energie - je nachdem, wie viel Wasser gerade fließt. Wir nutzen also die gesamte Wasserkraft und kaufen nur wenig Strom dazu. Das ist natürlich sehr umweltfreundlich.

Wer sind Ihre Kunden?

Schmid: Zu unseren Kunden gehören Bäckereien und Gastronomen, denen wir unsere Produkte zumeist liefern. Daneben kommen aber auch viele Privatleute zu uns und kaufen ein. Die Familien besichtigen dann auch häufig gleich die Mühle. Bei den Kindern kommt das toll an.

Wie viele dieser «kleinen» Mühlen gibt es denn heutzutage noch?

Schmid: Im Bayerischen Müllerbund gibt es noch etwa 180 bis 190 Mühlen. Von denen haben allerdings nur 76 Marktbedeutung, weil sie mehr als 500 Tonnen Mehl jährlich herstellen. Wir zählen dazu. Der Rest ist im Prinzip aus Tradition dabei.

Sie betreiben auch einen kleinen Mühlenladen. Was bieten Sie dort an?

Schmid: Der Laden ist ein zusätzliches Standbein und läuft so nebenher, wir wollen ihn aber nicht missen. Dort bieten wir den Kunden alles fürs Backen und rund um die Küche. Wir haben sämtliche Mehlsorten, die wir herstellen, im Angebot, ebenfalls Müslis, Cerealien, Nudeln oder süße Naschereien. Auch Körner zum Selberschroten kann man kaufen.

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