Facebook
Die Angst vor Missbrauch der Daten bleibt

Nein, als Facebook-Fans würden sich Simon Epp (18) aus Dillishausen und Michael T. Gorka (18) aus Buchloe nicht bezeichnen. «Ich bin Benutzer», erklärt Simon - und Michael stimmt ihm zu. Die beiden Abiturienten des Joseph-Bernhart-Gymnasiums in Türkheim sind täglich - zumindest ein paar Minuten - auf der Internetseite des größten sozialen Netzwerks unterwegs. Michael schaut, was es Neues gibt, macht die nächste Bandprobe aus, stellt gerne Videos ein oder lustige Seiten und Bilder. «Für mich ist Facebook Spaß und Zeitvertreib», sagt der 19-Jährige.

Der Buchloer hat die Zeit, die er auf Facebook verbringt, radikal reduziert. «Früher habe ich auch die Spiele gespielt. Aber da geht dann wirklich zu viel Zeit drauf. Das ist Verschwendung», meint der 18-Jährige. Mittlerweile bemitleide er sogar die Leute, die mehrere Stunden am Tag auf der Facebook-Seite verbringen.

Simon verabredet sich häufig über die Internetseite mit seinen Freunden: «In der Schule wissen wir meistens noch nicht, wo wir am Abend hinfahren wollen.» Für den 18-jährigen Dillishausener hat Facebook viele Vorteile. «Das Netzwerk ist gut, um Kontakte zu halten. Es sind alle dabei. Die Seite ist enorm schnell und hat eine sehr gute Informationsverbreitung», zählt Simon auf. Er sei zwar erst seit etwa zwei Monaten registriert, «aber dafür so richtig».

Da der Gymnasiast allerdings auch Angst hat, dass persönliche Daten missbraucht werden, achtet er sehr darauf, was er schreibt und wer was lesen kann.

«Ich teile mir zusammen mit einem Freund einen Facebook-Account. Unser Trainer informiert uns vor dem Training oder Spielen immer auf der Seite über Änderungen», erzählt Kevin Rinderer, aktiver Handballer beim VfL Buchloe. Vor allem derzeit sei das von Vorteil, weil er wegen einer Verletzung bei Übungseinheiten und Spielen nicht dabei sein kann und so nicht auf dem aktuellen Stand ist.

Der Buchloer ist Kollegstufensprecher am Joseph-Bernhart-Gymnasium und kennt einige Schulkameraden, die richtig süchtig nach Facebook sind. «Das geht zum Teil so weit, dass vom Handy aus Statusmeldungen verschickt werden, wenn wir abends zusammen im Lokal sitzen und uns unterhalten. Das finde ich schon ziemlich unhöflich», sagt der 19-Jährige. Manchmal sei es auch schockierend, was manche Leute im Internet öffentlich von sich preisgeben oder auf Fotos zeigen. «Soziale Netzwerke haben sicherlich auch ihre guten Seiten, aber die schlechten überwiegen», meint Kevin. «Ich telefoniere lieber.» Um allerdings alle 15 Mannschaftskollegen schnell zu informieren oder zu organisieren, dafür sei Facebook sehr praktisch.

Ganz gut auch ohne Facebook leben kann Elisabeth Eichholz aus Waal. «Mein Freund ist IT-Techniker und er hat gesagt, ich soll aus Datenschutzgründen die Finger davon lassen», erzählt die 18-jährige Waalerin, die in ihrer Freizeit Standard und Latein tanzt. Ihr fehle nichts und es störe sie auch nicht, wenn andere über Facebook reden. «Wenn es Neuigkeiten gibt, erfahre ich das entweder per E-Mail oder am nächsten Tag in der Schule», sagt die Abiturientin, die das Kaufbeurer Mariengymnasium besucht. Sie kenne allerdings auch extreme Facebook-Fans: «Eine Freundin schreibt bei Facebook sogar, wenn sie aufsteht oder ins Bett geht.»

Aber auch Elisabeth ist in einem sozialen Netzwerk registriert: «Ich bin sporadisch bei den Lokalisten, die sind angeblich seriöser. Aber seit die Seite neu gestaltet wurde, findet man da nichts mehr. Und so viel Zeit, um stundenlang vor dem Computer zu sitzen, habe ich sowieso nicht.»

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