Bevölkerung
Der Landkreis wächst, die Stadt wächst noch mehr

Die Ostallgäuer Bevölkerung wächst - sagen das Landratsamt und das Bayerische Landesamt für Statistik. Lebten hier im Juni 2010 knapp 134000 Menschen, wird sich die Zahl in den nächsten 20 Jahren nach Prognosen des Landratsamtes auf 136200 Einwohner erhöhen. Das Landesamt für Statistik geht sogar von einer Erhöhung auf 136900 aus (+2,1 Prozent). «Diese leichte Zunahme ist dem Zuzug und dem demografischen Wandel zu verdanken», sagt Stefan Mohr, Abteilungsleiter Soziales am Landratsamt.

Laut Mohr werden 23 Ostallgäuer Kommunen, darunter die Kreisstadt Marktoberdorf, in den nächsten zwei Jahrzehnten wohl schrumpfen. Bei 22 Kommunen soll es dagegen aufwärts gehen. Besonders erfreulich sind die Prognosen für die Verwaltungsgemeinschaft Buchloe. Die Stadt Buchloe sowie die Gemeinden Waal, Lamerdingen und Jengen können sich bis 2033 über einen Bevölkerungszuwachs zwischen elf und 21 Prozent freuen (siehe Grafik). Sie belegen damit die ersten vier Plätze im landkreisinternen Vergleich der Steigerungsquoten unter den Gemeinden. «Buchloe weist die höchste Steigerungsrate auf», erklärt Mohr.

Rund 12100 Menschen haben derzeit ihren Hauptwohnsitz in der Gennachstadt. Für das Jahr 2033 rechnet das Landratsamt mit 14840 Einwohnern. Seine Behörde habe mit Ostallgäuer Bürgermeistern und Einwohnermeldeämtern gesprochen und lokale Daten wie etwa die geplante Ausweisung neuer Baugebiete und den Zuzug, den sich die Kommunen davon versprechen, in ihrer Studie aus dem Jahr 2007 berücksichtigt, sagt Mohr.

«Ein weiteres Wachsen in der Bevölkerung resultiert in der Region Buchloe vor allem aus Zuzügen. Diese sind dort besonders hoch, wegen der günstigen Verkehrsinfrastruktur und der Nähe zu München und Augsburg», so Mohr.

Der zweite entscheidende Faktor sei die demografische Entwicklung: «Die Leute werden immer älter, was auch zur Folge hat, dass sich die Altersstruktur insgesamt stark verändert.»

Gleich stark betroffen

Von der Überalterung sind die Ostallgäuer Gemeinden gleich stark betroffen. «Der demografische Wandel schlägt sich überall ähnlich nieder», sagt Sprecherin Susanne Kettemer vom Landratsamt. Der Wandel erfordere es, sich rechtzeitig auf die sich verändernden Rahmenbedingungen einzustellen, meint Mohr. «Die Strukturen für Ältere sind auf den zukünftigen Bedarf in allen Bereichen des täglichen Lebens anzupassen. Dabei kommt den Seniorenkonzepten ein hoher Stellenwert zu.

» Das auf Landkreis- und Bayernebene prämierte Seniorenkonzept Lamerdingen habe gezeigt, dass auch in kleineren Gemeinden viel bewegt werden könne.

Außerdem sei es wichtig, Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Gemeinde für den Zuzug interessant machen. «Dass Buchloe ein Gymnasium bekommt, ist ein sehr wichtiger weicher Standortfaktor. Gerade die Jugend braucht zukünftig auch interessante Angebote», betont Mohr.

Einen eher geringen Anteil an der Bevölkerung im Ostallgäu nehmen die Bürger mit ausländischem Pass ein: Mit Ausländeranteilen von 5,4 (Kreis) - 8,7 (Buchloe), 3,3 Prozent (Jengen), 3,0 Prozent (Waal) oder 2,1 Prozent (Lamerdingen) - liegt der Landkreis deutlich unter dem bayerischen Landesschnitt (9,5).

Mit seiner Wachstumsrate von 2,1 Prozent belegt das Ostallgäu übrigens in Schwaben einen Spitzenplatz, wenn man die Daten des Landesamts für Statistik zugrunde legt. Nur Aichach-Friedberg (+3,9), Lindau (+3,6) und Neu-Ulm (+2,5) haben stärkere Bevölkerungszuwächse. Die Stadt Kaufbeuren schrumpft hingegen um 3,5 Prozent.

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