Als Buchloe noch zur Front wurde, der einzige authentische Erlebnisbericht dieser Geschehnisse
Der 25. April 45 der es für den Ort in sich hatte

Im Schutze der Nacht zum 25. April, erreichten Teile einer entlang der Mindelheimer Straße zurückweichenden Einheit, der sogenannten Wlassow Armee unbemerkt den Ort und errichteten auf dem heutigen V-Markt Gelände ein Feldlager. Schon beim ersten Tageslicht bekam es Buchloe  durch Tiefflieger Beschuss und abwerfen von Brand- Körpern gegen die Bahnanlagen, den Krieg nun noch hautnah zu spüren. Die so plötzlich aus dem Schlaf gerissenen Bewohner, suchten so gut es ging in ihren Vorratskellern Unterschlupf. Auch ich mit meinen Brüdern allein auf uns gestellt, die Mutter war schon auf dem Weg zum Bäcker, denn in den Frühstunden gab es manchmal auch etwas Brot ohne Marken und lag nun im Schutze der Bahnunterführung bereits dichtgedrängt, mit weiteren Passanten inmitten der Soldaten, aber in Sicherheit. Durch die starke Rauchentwicklung des bereits schwer getroffenen Nachbargebäudes irritiert, liefen wir mit unseren Habseligkeiten unter Panik ins Freie. Dabei kamen wir vom Regen in die Traufe, in einen gerade mit ohrenbetäubenden Lärm erneut beginnenden Angriff. War es Glück oder sahen die Piloten die Kinder, das wir dabei unverletzt blieben. Die Tochter des Hauswirts fasste sich in einer Feuerpause ein Herz und brachte alle drei in ihren Kartoffelkeller. Nach einer gefühlten Ewigkeit in der in regelmäßigen Abständen weitere  Attacken gegen die Bahnanlagen geflogen wurden, kehrte die Morgenstille zurück. Den Bewohnern die aus ihren Unterständen herauskamen bot sich durch die Rauchschleier ein ungewöhnlicher Anblick,unzählige in der Erde steckende Brandstäbe verbrauchten als Fackeln ihren zerstörerischen Inhalt. Zur gleichen Zeit setzte sich nun auch der unterbrochene Rückzug der deutschen Verteidiger in langen Marschkolonnen zum Auffanglager an der Augsburger Bahnlinie fort. Die Absetzbewegungen gingen bis in die Mittagsstunden, zur gleichen Zeit füllten sich die umliegenden Wohnungen mit Armee- Angehörigen die um Wasser und heiße Herdplatten nachsuchten, um darauf große Mengen Fladenbrote zu Backen, Verpflegung wohl für die nächsten Tage, immer wieder unterbrochen durch sporadische Überflüge der Amerikaner,ohne das diese noch einmal die Auslöser ihrer Bordwaffen betätigten, aber viele Fladen nicht gelingen ließen. Am Nachmittag ging es in die bereitgestellten Transportkapazitäten, die Pferde der Offiziere und die Nobelkarossen der Generalität blieben in Buchloe zurück, für diese Statussymbole war in den Zügen zu ihrer wohl letzten Auffangstellung unter deutschem Kommando kein Platz mehr.

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