Krankenhaus
Den «Geist von Buchloe» weiter leben

«Auf 239 liegt eine Dame, die sollte etwas laufen, auf 238 gibt es eine Frau, die erzählt gerne.» Mit einem freundlichen «Dankeschön» nimmt Jutta Basgier die Informationen der Stationsschwester entgegen und macht sich auf den Weg.

Die 58-Jährige engagiert sich seit Anfang Dezember beim «Grünen Dienst», einer Initiative des Krankenhaus-Fördervereins und des Buchloer Krankenhauses St. Josef. Zwei Mal pro Monat schenkt Jutta Basgier Patienten ihre Zeit, besucht sie, spricht mit ihnen oder hört einfach nur zu, wenn die meist betagten Damen und Herren erzählen wollen.

«Schön, dass Sie da sind»

Während die Frau, die laufen sollte, heute dankend ablehnt, hat Jutta Basgier bei der Dame im Zimmer gegenüber mehr Glück. «Es ist schön, dass Sie da sind», freut sich die Patientin, «es ist immer eine Freude, wenn jemand kommt». Vor dem Bett steht ein Rollstuhl. Jutta Basgier stellt sich daneben und berichtet der Patientin vom «Grünen Dienst».

Die Frau im Bett hat nur einen Wunsch: So schnell wie möglich will sie wieder nach Hause. Der Besucherin erzählt sie von ihrer Krankheit, von früher, von ihrem längst verstorbenen Mann.

Aus ihrer Erfahrung als gelernte OP-Schwester weiß Jutta Basgier, «dass es immer wieder Menschen gibt, die hier im Krankenhaus stranden, die niemanden haben, der sich um sie kümmert». Und genau da setzt der neu gegründete «Grüne Dienst» an. Er heißt übrigens so, weil die Ehrenamtlichen grün gestreifte Kittel tragen.

«Die Arbeit von Krankenschwestern ist inzwischen so vielfältig, da bleibt für die menschliche Ebene oft wenig Zeit», sagt Basgier. Doch gerade die spiele eine nicht zu unterschätzende wichtige Rolle.

Das weiß auch Ralf Kratel, der Pflegedienstleiter von St. Josef. Mit der Initiative «Grüner Dienst» rannte der Förderverein bei ihm offene Türen ein: «Es tut den Patienten extrem gut, wenn sie wissen: Da ist jemand da, der hört mir zu.» Man spreche immer wieder vom «besonderen Geist von Buchloe - und gerade durch den Grünen Dienst können wir diesen weiter mit Leben erfüllen», ist Kratel überzeugt. In einem zweiten Schritt entlaste man somit natürlich auch die Krankenschwestern.

«Gerne noch mehr Freiwillige»

Bislang gibt es zwölf Frauen und einen Mann, die sich im «Grünen Dienst» engagieren. «Es dürften aber gerne noch mehr werden», sagt der Pflegedienstleiter. Dann könne man den Dienst auf das gesamte Haus ausdehnen und sei flexibler. «Wir haben jetzt erst einmal auf den Stationen C und D damit angefangen, weil die Liegedauer dort am längsten ist», erklärt Kratel.

Auch der Mann auf Zimmer 209 liegt bereits eine ganze Weile im Krankenhaus. Er wird heute von Jutta Basgier bereits zum zweiten Mal besucht. Sie freut sich, dass er «deutlich besser ausschaut, als beim letzten Mal; so richtig aufgeräumt». Und der Mann gibt das Kompliment gerne zurück, spricht von Engeln. «Und Sie sind auch so einer», lächelt er.

Wer Interesse hat, sich im «Grünen Dienst» zu engagieren, kann sich an den Organisator und Dienstplan-Ersteller Karl-Heinz Behrendt (08241/6054284) oder an Ralf Kratel (Telefon 08241/5040) wenden.

Weitere Informationen gibt es auch auf der Internetseite des Fördervereins unter

www.foerdervereinkhb.de

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