Landwirtschaft
Das macht keiner, das kennt keiner, das machen wir: Franziska Wörles (21) Vater baut als Einziger im Allgäu Aronia-Beeren an

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Franziska Wörle ist 21 Jahre alt. Sie studiert Fahrzeugtechnik in München und verbringt ihre Semesterferien zuhause in Honsolgen anders als die meisten Studenten. Denn ihr Vater Wolfgang Wörle pflanzt auf seinem vier Hektar großen Feld Aronia-Beeren an. Neben seiner Leidenschaft, dem Aronia-Anbau, arbeitet er Vollzeit als Lkw-Fahrer, deswegen hilft seine Tochter Franziska mit wo sie kann.

Zu ihren Aufgaben zählen neben der Hilfe auf dem Feld auch Bürotätigkeiten, wie zum Beispiel das Beantworten von E-Mails oder die Organisation von Werbung für den Betrieb. "Es ist natürlich auch toll, ich lern was dazu: Ich lern mit den Sachen hier umzugehen, mit den Maschinenarten nach und nach umzugehen und es macht natürlich schon Spaß auf dem Feld mitzuarbeiten. Ist schon mal was anderes", erzählt Franziska.

Neben der Arbeit auf dem Feld und im Büro hilft Franziska auch im Verkauf. Auf dem Hof gibt es die sogenannte Selbstpflücke: Man kann dort von 9 bis 19 Uhr vorbei kommen und sich Aronia-Beeren für den eigenen Gebrauch pflücken. "Dadurch, dass ich gerade Semesterferien habe, ist jemand da. Denn meine Eltern müssten extra von der Arbeit wegbleiben", erklärt sie uns. Es kommen nämlich regelmäßig Leute zum Selbstpflücken der Aronia-Beeren auf den Hof der Wörles. Deswegen muss jemand anwesend sein, um die selbstgepflückten Beeren abzuwiegen und schließlich zu verkaufen.

Für Fragen zu den Aronia-Beeren steht Franziska auch immer bereit. Viele kommen auf den Hof und möchten sich erst über Aronia informieren. Denn die Aronia-Beere ist noch ziemlich unbekannt im Allgäu. "Ein paar muss man aufklären, aber wenn sie mal dabei sind, dann sind die Reaktionen sehr positiv", erzählt uns Franziska.

Aronia-Beeren im Allgäu

Wolfgang Wörle trank immer gerne Fruchtschorlen, verrät uns seine Tochter. Aber da er Diabetiker ist, kann er das nicht mehr. Seinem Körper fehlt Insulin. Das ist nötig, um den Zucker zu verwerten. Dieser ist unter anderem in süßen Früchten und deren Saft. Deswegen fing seine Frau an, nach Alternativen für ihren Mann zu suchen.

Dabei stieß sie im Internet auf die Aronia-Beeren, die nicht so viel Zucker enthalten wie andere Früchte. Außerdem können Diabetiker den Zucker, den die Aronia enthält, problemlos zu sich nehmen. Für dessen Abbau benötigt der Körper kein Insulin. Also eine gute Alternative für Wolfgang Wörle. Als ihm seine Frau von Aronia erzählte, wurde er neugierig. Er fing an, sich selbst darüber zu informieren, und war begeistert davon.

Ihm gefiel besonders, dass Aronia noch sehr unbekannt ist. Dadurch ist sie noch naturbelassen und nicht überzüchtet. Sie eignet sich also perfekt für den biologischen Anbau, den Wolfgang Wörle betreibt. Außerdem hat die Unbekanntheit der Aronia-Beeren einen gewissen Reiz für die Wörles: "Meine Eltern lieben auch so Nischensachen. Das, was keiner macht, das reizt sie", beschreibt Franziska ihre Eltern.

Eben weil die Aronia-Beere noch sehr unbekannt ist und , schien es anfangs nicht so, als könnte man mit dem Anbau Erfolg haben. Deshalb wurde die Familie mit ihrer Idee von manchen Nachbarn belächelt und nicht ernst genommen. Sich mit einer exotischen Pflanze durchzusetzen, ist manchmal nicht leicht. Davon leben zu können auch nicht. Das wird noch einige Zeit dauern.

Aronia-Klima im Allgäu?

An sich gefällt den Aroniapflanzen das Klima in Honsolgen. Ursprünglich stammt die Aronia aus Nordamerika und ist winterhart. Allerdings braucht sie genügend Wasser. Und das war ein Problem, dem sich stellen musste. Denn der Sommer 2015 war teilweise viel zu heiß und viel zu trocken, sodass die Aronia nicht richtig wachsen konnte.

Der Sommer dieses Jahr hingegen hat den Wörles und ihren Aronia-Beeren sehr gut getan. Das Verhältnis von Sonne und Regen war genau richtig, sodass die Aronia gut wachsen konnte. Noch gibt es zwar keine genauen Ernte-Zahlen, aber Franziska verrät uns, dass die Ernte in diesem Jahr wesentlich höher ausfällt als die letztjährige. Sie fährt mit einem guten Gefühl nach München, um weiter zu studieren. Bis zur nächsten Ernte.

Informationen zur Aronia-Beere:

Aronia-Beeren zeichnen sich nicht nur durch ihren den besonderen Geschmack aus, der dem der Schlehen ähnelt. Die Beeren sind bekannt dafür, dass sie sehr gesund sind und zählen dadurch zu den sogenannten Superfoods. Die Aronia-Beere hat einen sehr hohen Anteil an sekundären Pflanzenstoffen, den sogenannten Antioxidantien. Diese können den Überhang an freien Radikalen im Körper reduzieren und neutralisieren. Dadurch beugen sie Zellschäden und Krankheiten vor. Damit kann sie, wenn man sie regelmäßig isst, besser zum Wohlbefinden beitragen als andere Früchte. "Man fühlt sich irgendwie schon fitter und leistungsfähiger. Und einfach rundum gut", sagt Franziska über die Wirkung der Beere auf ihren Körper.

Autor:

Michelle aus dem Aus dem Bruch aus Altusried

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