Gemeinderat
«Das ist absolut unpassend»

Die Sanierung der alten Schule teilt die Meinungen im Lamerdinger Gemeinderat. In der jüngsten Sitzung warf Hanspeter Eberhardt Bürgermeister Konrad Schulze vor, auf Basis eines ungültigen Gemeinderatsbeschlusses den Kauf der Fenster in Auftrag gegeben zu haben.

Schulze habe im April dieses Jahres die Abstimmung über die Vergabe der rund 7500 Euro teuren Fenster erst in der Sitzung noch nachträglich auf die Tagesordnung genommen. Und das, obwohl drei Gemeinderäte nicht anwesend waren. «Damit ist der Beschluss nicht gültig», betonte Eberhardt. Warum er den Gemeinderat erst über ein halbes Jahr später über diese Feststellung informierte, konnte er allerdings nicht erklären.

Der Anlass für die Debatte war dabei ganz aktuell: Die besagten Fenster waren gemeinsam mit den Türen vor Kurzem eingebaut worden. Die Arbeit wurde - wie es der Gemeinderat vorsah - in Eigenleistung erbracht, um die Kosten niedrig zu halten. Ausgeführt hatte sie die Dorfjugend, die das Erdgeschoss der ehemaligen Schule nutzt.

Vom Ergebnis dieser Sanierungsarbeiten zeigte sich Eberhardt nun jedoch «entsetzt». Fenster und Türen seien «geschmacklos», stellte der Gemeinderat entrüstet fest und erhielt dabei volle Unterstützung von Gerhard Gossler. Die Haustüre erinnere eher an eine Terrassentüre, meinte der. «Das ist absolut unpassend und unwürdig für dieses Haus. So wie das derzeit aussieht, damit sind viele in der Gemeinde nicht einverstanden.»

Die Jugend habe sich - wie gefordert - engagiert, und zwar gewaltig, hielt Winfried Magg dagegen: «Ich finde das eine tolle Sache, vor allem wenn man die Kosten betrachtet. Ich frage mich, warum wir das jetzt so breittreten.» Das «Nachtarocken» kritisierte auch Arnold Jaser. Zumal man um jeden Euro diskutiert und gezielt nach einer günstigen Lösung gesucht habe.

Eberhardt entgegnete, der Rat werde vor vollendete Tatsachen gestellt. So sei zum Beispiel nie ein zweites Angebot für die Fenster eingeholt worden. Die örtlichen Schreiner habe man übergangen, so sein Vorwurf. Da im Vorfeld bereits klar gewesen sei, dass der Einbau in Eigenleistung passiert, sei ihm das nicht sinnvoll erschienen, sagte Schulze. «Die Schreiner hätten dann ein Fenster kaufen und an uns weiterverkaufen können.»

Eberhardt kündigte an, sich wegen der «ungültigen Vergabe» weitere Schritte vorzubehalten. Gegenüber der Buchloer Zeitung sagte er, derzeit sehe er sich außer Stande, den Bürgermeister im kommenden Jahr bei der Rechnungsprüfung zu entlasten. «Wir müssen uns überlegen, wie wir das Formelle in Ordnung bringen und das Optische verbessern können», sagte er.

Schulze erklärte indessen, er werde sich bei der Verwaltungsgemeinschaft erkundigen, wie in diesem Fall weiter zu verfahren sei. (drs)

 

Die neuen Fenster und Türen in der alten Schule erhitzen die Gemüter im Lamerdinger Gemeinderat. Foto: Drescher

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