Soziales
Das Frauentelefon KaufbeurenOstallgäu existiert seit 20 Jahren

Für Hunderte Frauen im Jahr ist es eine wichtige Anlaufstelle: Das Frauentelefon Kaufbeuren/Ostallgäu steht unter dem Motto 'Frauen helfen Frauen'. Am Freitag vor 20 Jahren, also am 21. Dezember 1992, hatte die damalige Frauenbeauftragte der Stadt Kaufbeuren, Ruth Weißmann, die Initiative dafür gegeben.

2007 übernahm Katharina von Cranach die Leitung.

Lebenshilfe zur Selbsthilfe

Aufgabe des Frauentelefons ist es, den Anruferinnen, deren Anonymität in jedem Fall gewahrt bleibt, die richtige Lebenshilfe zur Selbsthilfe zu geben. 'Wir müssen für die Anruferinnen eine Perspektive öffnen', weiß von Cranach aus ihrer bereits achtjährigen Erfahrung am Frauentelefon.

Ob es nun neben vielen anderen Problemen um häusliche Gewalt oder Einsamkeit und Isolation im Alter geht, die ehrenamtlichen Frauen am Telefon hören zu, verweisen auf Stellen, die weiterhelfen können und geben Tipps. Für von sexuellem Missbrauch betroffene Frauen wurde etwa eine eigene Stelle in Kaufbeuren eingerichtet, an die das Frauentelefon verweisen kann.

In der Anonymität fällt es oft leichter, über bedrückende Probleme zu sprechen, doch manchmal bleibt es in der Leitung auch stumm. Die Anruferinnen könnten auch jederzeit wieder auflegen.

'Viele Themen sind in der Öffentlichkeit ein Tabu oder stark schambelastet', sagt von Cranach. Da heißt es Mut machen, Ideen geben und motivieren. 'Für die Anruferinnen ist es schon ein erster wichtiger Schritt, die Probleme einzugestehen', sagt die Leiterin.

Zu Sprechen sei bereits wirkungsvoller, als nur nachzudenken. 'Eine Routine entwickelt sich bei unserer Tätigkeit nie', sagt von Cranach. Jeder einzelne Fall sei anders gelagert und eine neue Herausforderung.

Schulungen für die Mitarbeiter

Zwischen 20 und 30 Mitarbeiter helfen ehrenamtlich beim Frauentelefon mit. 'Bevor jemand bei uns anfängt, wird er geschult', sagt Cranach. Die Neulinge erhalten als Vorbereitung für ihren Einsatz eine Ausbildung in Kommunikation, die von einer Psychologin durchgeführt und vom Träger finanziert wird.

Im Winter 2013 wird es wieder eine Schulung für Anfänger geben. Außerdem finden regelmäßig Fortbildungen und professionelle Supervisionen statt. Träger der Einrichtung sind die Stadt Kaufbeuren und das Landratsamt Ostallgäu.

Emotionale Stabilität und Neutralität seien wichtige Merkmale für die Arbeit am Telefon. 'Die persönliche Ansicht darf keine Rolle spielen', sagt von Cranach. Nachwuchsprobleme gibt es laut der Leiterin keine. 'Es ist erstaunlich, wie viele junge Frauen sich immer wieder melden', sagt sie.

Künftig auch ein Internetforum

Eine öffentliche Wertschätzung gebe es für die Mitarbeiterinnen nicht. 'Bis auf mich bleiben alle anonym.' Der einzige, wenn auch bedeutende Dank, sei der der Anruferinnen selbst. Für die Zukunft werde angedacht, zusätzlich ein Internetforum einzurichten. 'Für jüngere Menschen ist das sicher nicht schlecht. Aber Älteren fehlt oft der Zugang', sagt von Cranach. Daher werde auch künftig das gesprochene Wort im Mittelpunkt stehen.

Das Frauentelefon ist zu erreichen unter (08341) 101010. Von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und Montag bis Donnerstag von 19 bis 21 Uhr steht immer eine Mitarbeiterin zur Verfügung.

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