Jahresschluss
Dank für Vergangenes, Bitten für Kommendes

In der katholischen Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Buchloe feierten am Silvesternachmittag Gläubige beider Konfessionen zum zweiten Mal einen ökumenischen Gottesdienst zum Jahresabschluss. Zur musikalischen Untermalung spielten abwechselnd im ökumenischen Miteinander das Bläserensemble «Brass&Praise», der Kirchenchor und die Kirchenorgel.

Stadtpfarrer Reinhold Lappat erklärte eingangs, dass an diesem letzten Tag des Jahres «der Herr uns einlädt, loszugehen». Es sei Zeit, dabei Dank zu sagen für das Vergangene und für das Kommende zu bitten. Heuer war es die Aufgabe des evangelischen Pfarrers Christian Fait, im Kirchenschiff von Mariä Himmelfahrt zu predigen. Fait sprach die Angst an, die mancher vor dem neuen Jahr habe. Dazu waren kleine Bilderkärtchen ausgelegt worden, die das Werk von Marc Chagall «Die Wolke des Herrn», entstanden im Jahr 1966, zeigten.

Fait erklärte, was die weiße Wolke, der Engel, die deutlich hervorgehobenen Figuren und die Farbauswahl zu bedeuten haben: Gott sei ein «beweglicher Gott», der aus einer Wolke heraus führe und den Weg aus dem Alten selbst lenke. Weiß sei die Farbe der göttlichen Gegenwart bei Chagall.

Auf dem Bild seien aber auch sorgenvolle Gesichter zu erkennen und graue Farben, die eine Familie trage. Auch heute hätten viele Familien Schwierigkeiten, betonte Fait. Die provokante Frage lautete: Erkennen wir uns in diesem Bild, in den Gegensätzen von Alt und Jung, in den bunten und farblosen Farben, in der Vielfalt? Fait schloss mit den Worten: «Wir nehmen die Verheißung Gottes ins neue Jahr mit!» Es folgten Stationen aus dem katholischen, dem evangelischen und dem gemeinsamen ökumenischen Gemeindeleben. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Uwe Mantwill streifte dabei unter anderem die vielen kirchlichen Angebote. Er betonte die vielen haupt- und ehrenamtlich Tätigen und dankte ausdrücklich für deren zuverlässige Anwesenheit - «zu fast jeder Tages- und Nachtzeit».

Für die evangelische Kirchengemeinde sprach Markus Deflefsen. Er erzählte von einigen neuen Projekten: Die Jugendarbeit stehe in den Startlöchern, das neue Angebot «Kids Go», ein Gottesdienst für Kinder ab zehn Jahren, laufe, drei Orgelnachwuchskräfte seien fleißig am Üben. Christiane Mayer vom katholischen Pfarrgemeinderat, dort für die Ökumene verantwortlich, führte die gemeinsamen kirchlichen Aktivitäten auf: etwa den ökumenischen Jugendkreuzweg, den Osterkerzentausch, den Kirchentagsbesuch, die gemeinsame Gestaltung aller Schulgottesdienste und einen ökumenischen Spielenachmittag. Dieses «freundschaftliche, ökumenische Miteinander» solle weitergeführt werden, so Mayer.

Es folgte ein feierlicher und nachdenklicher Weihrauchritus, den Schwester Helga vorstellte und der dankbar angenommen wurde. Jeder Kirchenbesucher durfte sich einige Weihrauchkügelchen nehmen und diese auf eine große Schale in die Asche legen. Ein Rauchkegel stieg ins Kirchendach auf, ein «Wohlgeruch, den Gott in der Glut seiner Liebe wandeln» werde, so Schwester Helga. Sie beschwor: «Wie Weihrauch steige mein Gebet zu Dir auf, Herr.»

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