Exkursion
CSU-Ortsgruppen besuchen Kernkraftwerk Gundremmingen

Der geplante Atomstromausstieg ist derzeit in aller Munde. Nun besuchten auch CSU-Mitglieder aus den Ortsverbänden Buchloe und Lamerdingen das nur 60 Kilometer entfernte Kernkraftwerk Grundremmingen.

Im Informationszentrum wurde den Besuchern zunächst die Funktionsweise eines Siedewasserreaktors erläutert, danach gab es Wissenswertes rund um das Atomkraftwerk. Block A befinde sich demnach seit Jahren im Rückbau. Die baugleichen Blöcke B und C gingen 1984 nach achtjähriger Bauzeit in Betrieb und erzeugen derzeit rund 21 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr. Dies entspricht etwa einem Drittel des bayerischen Stromverbrauchs.

Bei einer anschließenden Diskussion wurden verschiedene Szenarien angesprochen: Mitarbeiter Wolfgang Peck bezog dabei vor allem zu den extrem aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen Stellung. So könne die Kernspaltung innerhalb von drei Sekunden gestoppt werden. Falls der Motor zur Bedienung der Steuerelemente ausfällt, könne man diese auch hydraulisch bewegen.

Sollte auch das nicht mehr funktionieren, werde die Reaktion durch eine Borlösung gestoppt. Der Reaktordruckbehälter habe einen Betonmantel von einem Meter und der Sicherheitsbehälter darum einen 1,2 Meter dicken Stahlbeton. Einwirkungen von Außen (etwa Flugzeugabstürze) halte das Reaktorgebäude aus 1,8 Meter dickem Stahlbeton ab. Bei der Endlagerdebatte musste Peck allerdings passen. Dafür gebe es derzeit weltweit keine Lösung.

Die Gruppe um den Buchloer Ortsvorsitzenden Franz Nusser machte sich anschließend auf den Weg über das Werksgelände. Nach mehreren Sicherheitskontrollen wurden die Besucher mit Schutzanzügen, Helmen, Sicherheitsschuhen, Überschuhen, Schutzbrillen sowie jeweils zwei Strahlungsmessgeräten ausgestattet. Über das Maschinenhaus mit der Turbine und dem Generator gelangte die Gruppe direkt in das Reaktorgebäude.

Peck wollte abschließend keine Prognosen abgeben, wie lange das Kernkraftwerk bei der jetzigen Ausstiegsdebatte noch am Netz bleibt. Der Betreiber habe darauf wenig Einfluss, meinte er. Allerdings erklärte er: «Trotz Einsparungen werden wir, wie derzeit, Strom im Ausland zukaufen müssen.» Außerdem werde der Verbrauch von Kohle und Gas steigen. Nusser dagegen hält es für richtig, dass die CSU an einem Konzept für eine rasche Energiewende arbeitet.

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