Bauarbeiten
Bürger und Geschäftsleute über erneute Sperrung der Bahnhofstraße unglücklich

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«Neulich dachten wir schon: Jetzt holen wir uns dann einen Liegestuhl und setzen uns in die Sonne.» Kaum ein Kunde verirrte sich nach Angaben einer Verkäuferin mehr in ihre Bäckerei: «Wir mussten viele Waren wieder zurückschicken.»

So wie ihr erging es in den vergangenen Tagen mehreren Geschäftsleuten in der Bahnhofstraße; einige klagten sogar über Umsatzeinbußen bis zu 50 Prozent. Denn kaum waren die Bauarbeiten an den Kreisverkehren beendet, wurde die wichtigste Einkaufsstraße Buchloes erneut gesperrt. Zunächst zwei Tage lang komplett, dann einspurig. Die gute Nachricht: Ab heute Mittag sollen die Bauarbeiten am Kanalnetz beendet sein, die Straße ist dann wieder befahrbar - und zwar in beide Richtungen.

Durchfluss wurde gedrosselt

Grund für die Arbeiten ist der Austausch von sogenannten Durchflussbegrenzern in den Kanalschächten. Laut Franz Knittel, Leiter der Kläranlage, habe der Austausch technische Ursachen.

Denn nach Abschluss der Kanalbauarbeiten am Ladehof werde das Abwasser, das aus den südlichen Bereichen Buchloes in Richtung Kläranlage fließt, durch die neue Wasserstraße geleitet. Daher wurde der Durchfluss an den alten Schächten in der Bahnhofstraße von ursprünglich 30 auf nun sechs Liter gedrosselt. Die Arbeiten seien erst jetzt möglich gewesen, sagte Knittel, da sie zeitnah zum Bau des neuen Kanals erfolgen mussten.

Auf viel Verständnis stoßen sie jedoch nicht bei den Geschäftsleuten, deren Kunden und Anliegern. «Vor allem an den sonnigen Tagen Anfang der Woche fehlte uns die Laufkundschaft und viel Gemüse wurde nicht verkauft», berichtet Ergun Demir von EGE-Imbiss.

Von einer «etwas nervigen unendlichen Geschichte spricht eine Frau in einer Bäckerei. «Irgendwann sollte das Ganze doch mal fertig sein», meint sie. «Man hätte das doch gleich beim Umbau der Kreuzung mitmachen sollen», findet Angelika Wiedemann von Haushaltswaren Greif. Und sie ist sicher, dass sie an den sonnigen Frühlingstagen deutlich mehr Dekoartikel verkauft hätte, als dies nun der Fall war.

«Sobald hier ein Geschäft nicht mehr mit dem Auto erreichbar ist, gehen die Leute woanders hin», hat Steffi Hörmann von Tabak Waldmann beobachtet.

Wenige haben Verständnis

Hildegard Heider von der Boutique hingegen hat Verständnis für die Sperrung: «Es ging halt leider nicht anders.» Umsatzeinbußen habe sie im Gegensatz zu ihren Kollegen nicht gespürt. «Die neue Frühjahrskollektion lockte doch viele bei dem guten Wetter», berichtet sie. Auf weitere Verkehrsbehinderungen im Stadtzentrum müssen sich die Buchloer im Übrigen auch in den Sommermonaten einstellen. Denn dann wird am Kanal Am Ladehof weitergebaut.

Wie mehrfach berichtet, soll dieser unter der Mindelheimer Straße und unter dem Bahndamm durchgeführt werden. Am Neuanger schließt er dann an das bestehende Kanalnetz an. Laut Stadtbaumeister Herbert Wagner muss dazu die Mindelheimer Straße vor der Unterführung voraussichtlich ab Juli gesperrt werden.

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