Renovierung
Buchloer Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt wird seit Oktober 2010 saniert

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Ein lautes Hämmern dringt nach unten auf den Gehweg. Immer wieder rattert der Materialaufzug, um neue Baugegenstände nach oben zu befördern. Hoch hinauf auf den eingerüsteten Kirchturm. Eine Motorsäge jault auf. Der ganze Lärm passt eigentlich gar nicht zur üblichen Stille in und um die Kirche. «Generalsanierung» nennt Hans Seitz, der Kirchenpfleger der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die derzeitigen Renovierungsarbeiten.

Nach ersten Planungen im Jahr 2009 startete die Sanierung des Kirchturms im vergangenen Oktober. Laut Seitz lief alles bestens, bis der Winter kam. Es wurde kalt und kälter, der Frost beendete die Arbeiten jäh. Erst seit März werkeln täglich wieder Handwerker an den alten Gemäuern. Dabei gehen sie nach dem «Zwiebelprinzip» vor. Sprich: von außen nach innen, von oben nach unten.

Mit den Jahren wurden die Balken des Dachstuhls morsch, verfaulten teilweise und verschoben den Giebel. Einsturzgefahr bestehe in Buchloer aber noch nicht, er habe auch schon Balken in weit schlechterem Zustand gesehen, meint Jörg Schäfer, Zimmerer und Dachdecker. Im Moment tauscht er mit seinen drei Kollegen den Träger aus. Die alten Balken müssen gesäubert und teilweise entfernt werden, neue werden zugeschnitten und eingepasst.

Durch den zwischenzeitlich ungedeckten Dachstuhl fallen Sonnenstrahlen, die den Staub in der Luft sichtbar werden lassen. Zwischen Holzspänen und Sand liegen Hammer, Sägen und Hobel. Schäfer entfernt in einem weiteren Arbeitsschritt die alten und morschen Balkenansätze. Seine Kollegen schneiden bereits die neuen Trägerteile zu - alles passiert in knapp 15 Meter Höhe. Wenn alle Träger ausgebessert und neu stabilisiert sind, werde das Dach neu gedeckt, erklärt Schäfer.

Vorsicht und Sorgfalt

Auch der 34 Meter hohe und über 500 Jahre alte Kirchturm wird derzeit renoviert. Steine werden ausgetauscht, mit Zement und Mörtel neu verputzt. «Für die Arbeit an Denkmälern gibt es strenge Auflagen», erklärt Seitz. Man müsse daher ganz genau arbeiten.

Die Natürlichkeit soll erhalten bleiben, am Gesamtbild dürfe sich nichts verändern. Vier Maurer sind gerade dabei, die acht Säulen rund um das Glockengehäuse auszutauschen. Dabei sind große Vorsicht und Sorgfalt geboten. Bevor eine zweite Säule bearbeitet wird, muss die erste vollkommen stabil und statisch einwandfrei im Sediment befestigt sein.

Es ist 11 Uhr. Die fünf großen Glocken beginnen, zu läuten. Dumpf, mit wenig Schall und Hall. «Das Läutwerk ist ausgeschaltet, im Moment können wir nur das Schlagwerk benutzen», erklärt Seitz.

In zwei Wochen möchte Bauleiterin Dorothée Köster, die alle Vorgänge und Arbeiten koordiniert, das Turmgerüst abbauen lassen: «Derzeit bin ich zuversichtlich, dass wir alle Maßnahmen noch in diesem Jahr abschließen.» Sobald die Arbeiten im Außenbereich fertig sind, geht es innen weiter. «Wenn wir schon mal dabei sind, wollen wir auch alles berücksichtigen», sagt Seitz - und zeigt auf Wasserschäden an den Wänden.

So nüchtern das Wort «Generalsanierung» klingt, so viel Arbeit und Kosten sind damit verbunden. Für die Renovierung im Außenbereich muss die Kirche mit rund 900000 Euro rechnen. Die Summe wird von der Diözese Augsburg, der Stadt Buchloe, von Bezirk und dem Landkreis Ostallgäu sowie von der Pfarrei gedeckt.

Inzwischen ist es Mittag, Zeit zum Brotzeit machen. Die Handwerker legen Hammer, Hobel und Säge weg. Um die Kirche ist es wieder still - zumindest für einen kurzen Moment.

 

Mit dem Baukran geht es hinauf auf den eingerüsteten Kirchturm. Noch bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten in und an Mariä Himmelfahrt andauern.

 

Ein Arbeitsplatz in 15 Meter Höhe: Der Dachstuhl der Stadtpfarrkirche wird derzeit aufwendig renoviert. Fotos: Franziska Keiditsch

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