Aktion
Buchloer Pioniere pflanzen im Wasserschutzgebiet 600 Bäume für den Gymnasiumswald

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'Frieden findet man nur in den Wäldern.' Michelangelo (1475 bis 1564) Buchloe 15.9.2011 'Wir pflanzen einen Wald': An den Eingangstüren des Südflügels der Comenius-Grundschule können Schüler, Eltern und Gäste auf einen Blick erkennen, um was es an diesem Tag am neu gegründeten Buchloer Gymnasium geht.

Der Stundenplan ist ungewöhnlich: 1. Stunde Naturkunde in Theorie mit Forstdirektor Gerhard Limmer, 2. Stunde Politik im Schulhof unter anderem mit Kultusstaatssekretär Thomas Kreuzer und Landrat Johann Fleschhut - und dann geht es für den Rest des Vormittags mit Spaten, Eimer und Zollstock ausgerüstet auf ein freies Feld bei Lindenberg. Insgesamt 600 junge Bäume - 400 Bergahorn- und jeweils 100 Buchen- und Fichtenpflanzen - setzten die 105 Pioniere des Buchloer Gymnasium gestern im Wasserschutzgebiet der Stadt.

40 Hektar aufgeforstet

Bevor sich die Fünftklässer mit Feuereifer an diese spannende Aufgabe machten, erklärte ihnen Forstdirektor Limmer in der VfL-Turnhalle die Hintergründe. In den vergangenen rund 25 Jahren habe die Stadt auf den ursprünglich landwirtschaftlich genutzten Flächen im Wasserschutzgebiet etwa 40 Hektar Wald aufgeforstet. ?In Abstimmung mit der Schulleitung und der Stadt Buchloe konzipierte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren, insbesondere die Revierstelle Buchloe, den künftigen Schulwald Gymnasium Buchloe. Die Aktion passe hervorragend zum diesjährigen Internationalen Jahr der Wälder.

Der Wald sei ein "Erinnerungsstück", dem die Kinder bei der Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten zuschauen können, betonte Limmer. Er sagte den jungen Gymnasiasten, die aufmerksam zuhörten, auf was sie bei der Arbeit besonders achtgeben müssen: die Wurzeln. "Wenn die beschädigt werden, wird der Baum nicht richtig mit Nährstoffen versorgt."

"Ökologisch wertvoll"

Koordinator Alexius Batzer und Landrat Johann Fleschhut stellten anschließend im Pausenhof Kultusstaatssekretär Kreuzer, Ministerialbeauftragtem Hubert Lepperdinger sowie den Vertretern des Kreistags das neu gegründete Gymnasium vor. "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" zitierte Thomas Kreuzer ein Gedicht von Hermann Hesse. Dieser Zauber sei in Buchloe zu spüren. Den Gymnasiumswald, der in den kommenden Jahren immer weiter wachsen soll, bezeichnete er als "ökologisch und pädagogisch wertvoll".

Dies sei ein erster Schritt zur Profilbildung der neuen Schule.

Dann geht es endlich los. Die Pioniere freuen sich auf den praktischen Teil. Mit dem Bus fahren die Mädchen und Buben mitten ins Wasserschutzgebiet der Stadt bei Lindenberg. Peter Geiger, einer von fünf Förstern, die den Schülern tatkräftig zur Seite stehen, stellt sich seinen Gruppen als Oberförster Peter vor. Erst werden die Aufgaben verteilt. Bei Gruppe 18 fünf Schüler aus der Klasse 5c ist das schnell erledigt. Florian zeigt als Anweiser die richtige Stelle. Jakob gräbt mit dem Spaten ein Loch. Cindy holt die Pflanze vom Anhänger und entfernt das Papier vom Wurzelballen. Luca misst den nötigen Abstand und darf den Baum setzen, Tatjana füllt das Loch wieder zu und drückt die Erde vorsichtig fest.

Beim ersten Baum sind die Aufregung und Unsicherheit noch zu spüren, aber dann geht es immer schneller. Hand in Hand. Jeder Griff sitzt. Jeder weiß, was er zu tun hat. "Das macht Spaß", sind sich alle Gruppenmitglieder und auch Forstamtsrat Geiger einig, der ergänzt: "Die Arbeit mit Kindern ist extrem wichtig, um das Verständnis für den Wald zu wecken. Sie können auch noch in 20 Jahren hierherkommen und sagen: Diesen Wald habe ich mit gepflanzt."

Ein Baum nach dem anderen wird gesetzt. Auch Staatssekretär Kreuzer, die Landtagsabgeordneten Angelika Schorer (CSU) und Bernhard Pohl (Freie Wähler), Landrat Fleschhut sowie Bürgermeister Josef Schweinberger packen mit an. Einen Baum pflanzt jeder gerne. Nach getaner Arbeit stärken sich alle. Der Elternbeirat der Patenschule, des Jakob-Brucker-Gymnasiums Kaufbeuren, hat Getränke und Wurstsemmeln vorbereitet.

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