Kliniken
Brandbrief der Chefärzte aus Ostallgäu-Kaufbeuren

Es brodelt weiter im Klinikverbund Ostallgäu-Kaufbeuren. Wenige Tage nach der Kritik der beiden Klinikvorstände Ludwig Lederle und Dr. Joachim Klasen an der politischen Führung des Verwaltungsrates haben sich 17 Chefärzte, vorrangig aus Kaufbeuren und Füssen, zu Wort gemeldet.

In einem Schreiben an den Verwaltungsratschef, Landrat Johann Fleschhut, sowie seinen Stellvertreter, den Kaufbeurer Oberbürgermeister Stefan Bosse, machen sie für die Entwicklung des Klinikverbundes in einigen Bereichen „größte Gefahr im Verzug“ aus und sehen deshalb akuten Gesprächsbedarf.

Konkret geht es um die noch immer offene Besetzung der Gefäßchirurgie in Kaufbeuren, die künftige Kliniken-Geschäftsführung sowie den seit langem zugesagten Umbau des Füssener Krankenhauses. 'Es müssen jetzt Entscheidungen getroffen werden, wir brauchen eine Linie', so einer der Mediziner zur BZ. Die jetzige Situation verunsichere Ärzte und Patienten.

Anlass für die gemeinsame Note der Chefärzte ist die Absage eines arrivierten Mediziners, der als aussichtsreicher Bewerber für die Leitung der geplanten Viszeral- und Thoraxchirurgie in Kaufbeuren galt. Als Grund für seine Absage habe er die derzeitige Unsicherheit in puncto Unternehmensentwicklung und Geschäftsführung genannt.

'In Zusammenschau mit den Problemen, einen neuen Vorstand zu finden, müssen wir befürchten, dass die Rekrutierung von Spitzenkräften für unser Unternehmen derzeit kaum mehr möglich zu sein scheint', fürchten die Chefärzte.

Die Situation sei umso heikler, als auch die Besetzung einer zweiten Schlüsselstelle, der Leitung der Gefäßchirurgie in Kaufbeuren, weiter offen sei. Hier habe ebenfalls ein herausragender Mediziner Interesse bekundet.

Scheitere man auch in dieser Berufung, so hätte dies 'katastrophale Auswirkungen' für das Gesamtunternehmen, so die Chefärzte in ihrem Brandbrief. So seien schon jetzt die Mindestanforderungen für ein zertifiziertes Gefäßzentrum nicht mehr erfüllt.

Verwaltungsratschef Johann Fleschhut signalisierte, umgehend zu Gesprächen bereitzustehen und weiteren Informationsbedarf der Mediziner zu decken. Wobei Fleschhut betont, dass es nicht an der Verwaltungsratsspitze gelegen habe, dass die angesprochenen Chefarztstellen noch immer vakant seien.

Diese Schlüsselpositionen gelte es nun schnellstmöglich zu besetzen, wobei es gerade bei der Viszeral- und Thoraxchirurgie weitere hochkarätige Kandidaten gebe.

Generell hält Fleschhut die derzeitige medizinische Versorgung keinesfalls für gefährdet. Vor Großinvestitionen – etwa in einen Hybrid-OP in Kaufbeuren für rund vier Millionen Euro – sollte der Verwaltungsrat aber erst Grundsatz- entscheidungen zu künftigen Prioritäten und vertretbaren Ausgaben treffen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019