Straßenbauprojekte im Allgäu
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Verkehr
Blaue Reflektoren sollen Wild abschrecken

Es gibt Stellen rund um Buchloe sowie im Landkreis Landsberg, an denen ereignen sich regelmäßig Wildunfälle. Reicht ein Waldstück unmittelbar an eine Straße und schließt sich auf der anderen Seite eine Wiese oder ein Feld an, dann queren dort Rehe und andere Wildtiere häufig die Fahrbahn. Mithilfe von blauen, meist halbkreisförmigen Reflektoren, die an Straßenpfosten montiert werden, könnte nun den Wildwechsel in der Umgebung weiter eindämmen.

Viele Jäger sind nach einem Modellversuch in Oberfranken von der Wirkung der Reflektoren überzeugt - auch Manfred Schilcher, der Vorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins Landsberg.

Nicht nur bei den Jägern, auch bei den Straßenbaulastträgern ist der Versuch auf großes Interesse gestoßen. Ein kurzes Vorgespräch zwischen Manfred Schilcher und dem Landsberger Landrat Walter Eichner hat es schon gegeben. Dabei ging es auch um die möglichen Kosten. Ziel der Jäger ist es, dass sich die Baulastträger, also Staatliches Bauamt, Landkreis und Gemeinden, daran beteiligen. Wo die blauen Reflektoren angebracht werden, soll in enger Abstimmung zwischen Revierpächtern, Jägern und Straßenbaulastträgern erfolgen, sagt Manfred Schilcher.

Modellversuch seit 2006

Wildunfälle sind vor allem in einem waldreichen Flächenstaat wie Bayern ein Problem. Im vergangenen Jahr hat die Polizei im Freistaat mehr als 55000 Wildunfälle registriert, bei denen 464 Personen verletzt und zwei getötet wurden. Dazu zählen auch jene Unfälle, bei denen Autofahrer angaben, sie hätten einem Tier ausweichen müssen, sagt Franz Kreuzer, der Pressesprecher der Landsberger Polizei. Deswegen startete das Innenministerium im Juni 2006 einen Modellversuch.

Bis Ende Mai dieses Jahres wurden auf gut 43 Kilometern Länge entlang von Kreis-, Staats- und Bundesstraßen in den Landkreisen Bamberg, Bayreuth, Coburg, Hof, Kulmbach und Lichtenfels verschiedenfarbige Warnreflektoren an Straßenpfosten eingesetzt. Die Verkehrssicherheit sei nicht beeinträchtigt worden, heißt es aus dem Innenministerium.

Wie Manfred Schilcher und Franz Kreuzer sagen, sind die vielerorts aufgehängten Silberfolien und CD-Rohlinge viel gefährlicher für die Verkehrsteilnehmer, weil sie mitunter blendeten.

Die Jäger favorisieren mittlerweile blaue Reflektoren. Damit soll das Wild irritiert werden. Blau sei für Wildtiere eine Schreckfarbe, da sie in der Natur so gut wie nicht vorkommt. Parallel zum Modellversuch haben Jagdverbände in anderen Landkreisen, etwa in Schwabmünchen oder Ebersberg, bereits Reflektoren an betroffenen Stellen angebracht. Mancherorts seien Wildunfälle um bis zu 70 Prozent zurückgegangen.

Auch auf der Verbindungsstraße zwischen Buchloe und Honsolgen, im Bereich der Marktgemeinde Waal und im angrenzenden Landkreis Landsberg, etwa am Stoffersberg bei Holzhausen, wurden blaue Reflektoren angebracht.

Pfosten werden besser erkannt

Solche Zahlen würden auch Manfred Schilcher und seine Kollegen freuen. Der Vorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins selbst klagt über mehrere Wildunfälle in seinen beiden Revieren bei Finning und Hofstetten. Dabei werden nicht nur das Reh- und Schwarzwild geschützt, sondern auch Dachse und Füchse, die häufig die Straße wechseln. Wie der Modellversuch ergeben hat, haben die Wildreflektoren noch einen positiven Nebeneffekt: die Straßenpfosten könnten dann besser erkannt werden.

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