Lesertelefon
Beschwerde von Mutter: Schulbusse sollen besser koordiniert werden

Neues Schuljahr, altes Problem: Kaum hat die Schule begonnen, gibt es wieder Ärger mit den Schulbussen. Die seien 'knackevoll', die Fahrer überlastet, Eltern sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder. Eine BZ-Leserin beschwerte sich über die 'chaotischen Zustände' an unserem Lesertelefon. Betroffen sind überwiegend die Busse der Kirchweihtal-Linie 17, die den Bereich zwischen der Marktgemeinde Waal und Kaufbeuren abdecken. Dass dort gerade in der ersten Schulwoche nicht alles 'planmäßig gelaufen ist', räumt auch Werner Lieschke, Betriebsleiter von Kirchweihtal, ein.

Seiner Ansicht nach sei die Kapazität in den Bussen jedoch ausreichend. Lieschke: 'Das Problem ist, dass sich in Kaufbeuren alle Kinder nach Schulschluss am Brucker-Gymnasium auf den ersten Bus stürzen. In einem Zeitraum von zwölf, 15 Minuten, fahren jedoch insgesamt vier Busse, die alle Schüler gut aufnehmen könnten.'

'Etwas beruhigt'

Inzwischen habe sich nach Ansicht des Betriebsleiters 'die Situation wieder etwas beruhigt'. 'Es ist klar, dass nicht jeder einen Sitzplatz bekommt, doch es gab auch keine weiteren Beschwerden mehr', sagt Lieschke. Diese Einschätzung kann Hermann Grondinger nicht teilen. Der Realschul-Elternbeirat aus Waalhaupten nutzt selbst die Linie 17 für seine Fahrten zum Arbeitsplatz in Kaufbeuren.

Er ist 'eigentlich davon überzeugt, dass der ÖPNV in unserem Bereich gut funktioniert. Aber auf der Linie 17 hat es im vergangenen Jahr erheblich mehr Probleme gegeben als zuvor', hat er beobachtet. Seiner Ansicht nach seien enge Fahrpläne und viele Fahrerwechsel Faktoren, die die Sicherheit in den Schulbussen gefährden.

Ein weiteres Manko sind laut Grondinger die vollen Schülerbusse: 'Man quetscht die Kinder einfach hinein und wundert sich, wenn sie später nicht mehr gerne Bus fahren.'

Eine Besserung ist möglicherweise aber in Sicht. Zum Fahrplanwechsel im Dezember werde es eventuell Anpassungen im Fahrplan geben, meint der Kirchweihtal-Betriebsleiter, schränkt aber ein: 'Wir können uns dabei nicht auf eine Schule oder eine Strecke beschränken.'

Eben deshalb hat das Landratsamt als Koordinierungsstelle für den Schulbusverkehr mittlerweile einen externen Gutachter beauftragt, die gesamte Bussituation im Raum Buchloe zu durchleuchten. Mit einbezogen wurden dabei sämtliche Busverbindungen von und zu den Buchloer Schulen, sei es Grund-, Mittel-, Realschule oder Gymnasium.

'In den nächsten Wochen erwarten wir Ergebnisse', teilte Christian Lenz, zuständig für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Landratsamt, mit. Schulleiter, Busunternehmer und Elternvertreter sollen sich dann zusammensetzen und darüber beraten.

Einer dann, von vielen erwarteten, hoffentlich besseren Lösung stünde auch Heidrun vorm Walde positiv gegenüber. Die Rektorin der Buchloer Realschule hatte durch die Vorverlegung des Unterrichtsbeginns an ihrer Schule auf 7.45 Uhr im vergangenen Jahr für reichlich Aufregung gesorgt.

Waaler Kinder etwa müssen seitdem bereits um 6.45 Uhr in den Schulbus nach Buchloe steigen, kommen dort aber rund 40 Minuten vor Unterrichtsbeginn an. Dieser Zustand brachte nicht nur betroffene Kinder und Eltern, sondern auch Kommunalpolitiker auf die Palme.

Die Realschulleiterin wartet nun gespannt auf die Ergebnisse der Schulbusanalyse. 'Ich hoffe, es gibt bald neue Informationen, denn der Fahrplanwechsel soll bereits im Dezember stattfinden', sagt sie.

Einer Rückverlegung des Unterrichtsbeginns etwa auf 8 Uhr jedenfalls will sie nach eigenem Bekunden nicht im Wege stehen: 'Vorausgesetzt, die dann gefundene Lösung ist die beste für die meisten unserer Schüler.' Denn, dass man es nie allen recht machen kann, das ist vorm Walde durchaus bewusst.

'Wenn jeder bereit ist, einen Schritt auf den anderen zuzugehen, kann sicher ein Kompromiss gefunden werden', hofft derweil Elternbeirat Grondinger.

Eltern sammeln Unterschriften

Lange warten wollen einige Eltern aus dem Bereich Waal jedoch nicht mehr. Sie starten deshalb in den nächsten Tagen eine Unterschriftenaktion, in der sie zum einen die Zufriedenheit mit der Linie 17 abfragen; zum anderen fordern sie, dass ein Bus künftig den Gemeindebereich Waal gegen 7.20 Uhr anfährt. 'Derzeit fahren zwei Busse um 7.30 Uhr halb leer durch Waal, einer davon könnte doch auch etwas früher fahren', meint eine Mutter.

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