Fest
Bei gemeinsamem Frühstück feiert die Regenbogengruppe des Franziskus-Kindergartens Buchloe Erntedank

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Schon in der Antike verehrten Römer und Griechen aus Anlass der Ernte ihre jeweiligen Gottheiten. Später übernahmen die Kirchen diesen Brauch, der sich bis heute fortgesetzt hat. Am ersten Sonntag im Oktober finden jedes Jahr Erntedankgottesdienste statt. Doch in Zeiten der globalen Weltwirtschaft und des Wohlstandes gerät manchmal fast in Vergessenheit, wie wichtig die Ernte tatsächlich ist. Um dem entgegenzuwirken, beschäftigen sich bereits Kindergärten auf unterschiedliche Weise mit dem Thema.

Mit einer Bilderbuchgeschichte und einem gemeinsamen Frühstück bringt der Leiter des Franziskus-Kindergartens Buchloe, Ingo Selzer, seiner Gruppe den Sinn des Erntedankfests nahe. 'So, schaut mal her. Ich habe hier schon etwas vorbereitet', sagt der Erzieher und deutet auf einen mit einem Tuch abgedeckten Tisch.

Mit großen Augen blicken die Mädchen und Buben erwartungsvoll auf das Tuch. Als Selzer die Abdeckung stückchenweise herunternimmt, zappeln die Kleinen aufgeregt auf ihren Stühlen. Eine auf Papier gemalte Sonne, Wolken sowie Holzfiguren kommen zum Vorschein. 'Eine Kuh', 'Menschen' und 'Pferde' rufen die Kleinen durcheinander. 'Genau, und wisst ihr auch, wer das alles erschaffen hat?', will Selzer wissen.

'Der liebe Gott', antwortet ein Mädchen aus der ersten Reihe. Lächelnd nickt der Kindergartenleiter, holt ein Buch hervor und beginnt vorzulesen. 'Gott erschafft die Welt' lautet der Titel auf dem Einband. Gebannt lauschen die Mädchen und Buben, wie Gott erst das Licht schuf, dann den Himmel, die Wolken, das Meer, die Tiere und zuletzt die Menschen. 'Und weil Gott alles erschaffen hat, verdanken wir ihm auch, dass wir so viel zu essen haben', erklärt der Erzieher.

Damit endet das Vorlesen und die Kleinen dürfen in das Regenbogenzimmer gehen, wo bereits ein leckeres Buffet mit bestrichenen Brötchen, Gurken, Karotten, Paprika, Eiern, Käse und Schinken vorbereitet ist.

'Normalerweise haben wir eine gleitende Brotzeit, bei der die Kinder während der Freispielzeit ganz nach ihren Bedürfnissen essen können, wann sie wollen', erklärt Ingo Selzer. Anlässlich des Erntedankfestes wird das Programm aber umgestellt. Die Mädchen und Buben nehmen an einer langen Tafel Platz und falten die Hände. Nach einem kurzen Gebet bekommen sie Saft oder Kakao eingeschenkt.

'So und jetzt dürft ihr euch nacheinander einen Teller nehmen und etwas zu essen holen. Aber denkt daran, alles was ihr anlangt, wird auch gegessen', ermahnt der Erzieher. Doch die ersten hören ihn schon gar nicht mehr, da sie bereits damit beschäftigt sind, ihre Teller zu beladen. 'He, was isst denn du?', will ein blonder Junge von seinem Freund wissen.

'Ein Ei, das gibt’s da vorn', folgt prompt die Antwort. Und die kleine Sophia weiß: 'Wenn man zu viel isst, kriegt man Bauchweh.'

Doch die meisten lassen sich von dieser Weisheit nicht beeindrucken, denn schon erklingen die ersten Stimmen: 'Ingo, ich hab leer gegessen.' 'Dann dürft ihr euch noch mal etwas nehmen', erwidert dieser. 'Ich mag die Karotten am liebsten', erklärt Johannes, während er sich ein Stück Gelbe Rübe in den Mund schiebt. 'Und mir schmecken Gurken, Paprika und eigentlich alles', meint Sophia, die neben ihm sitzt.

Nachdem sich die meisten satt gegessen haben, läutet Selzer mit einer kleinen Glocke, bis alle still werden. 'Jetzt singen wir unser Sonnenlied, um Gott zu danken.' Aus vollem Hals erklingen die Kinderstimmen und erfüllen den Raum.

'Ziel unserer Erntedankfeier ist es, den Kindern nahezubringen, dass all das Essen nicht selbstverständlich ist, sondern gottgegeben. Viele, wie zum Beispiel Muslime, haben davon noch nie gehört', erklärt Selzer.

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