Brauchtum
Beckstettener Jugend stiehlt den Maibaum aus Oberostendorf

Fremde Maibäume zu klauen, hat für die tatkräftige Beckstettener Jugend Tradition. Gleich drei erfolgreiche Raubzüge in benachbarten Gemeinden gingen im vergangenen Jahr auf ihr Konto – und auch heuer waren sie bereits erfolgreich. In der Nacht zum Samstag nutzte die Jugend die Gelegenheit, den Oberostendorfer Maibaum zu stehlen.

Den Nachbarn in Oberostendorf kam damit ihr Baum bereits zum zweiten Mal abhanden. Denn erst vor gut einer Woche fiel der Stamm in die Hände von Räubern aus Westendorf.

Durch diesen Raubzug wurde auch Beckstetten auf den offenbar schlecht bewachten Maibaum in Oberostendorf aufmerksam.

Wie Gemeinderat Thomas Schweiger erklärt, schaukelten sich die beiden Dörfer Beckstetten und Westendorf beim Thema Maibaumklau in der Vergangenheit immer wieder hoch: 'Wenn die Westendorfer einen Maibaum geklaut haben, wollen wir den auch und anders herum.' Dabei, versichert Schweiger, arbeiteten die beiden Dörfer aber nicht zusammen.

Ursprünglich sei die Idee deshalb gewesen, das Spiel in diesem Jahr auf die Spitze zu treiben und der Westendorfer Jugend den bereits entwendeten Oberostendorfer Maibaum zu stehlen, erklärt Schweiger. Doch die Westendorfer hätten ihre Beute zu gut bewacht. So mussten die Beckstettener eben warten, bis der Baum von der Besitzergemeinde ausgelöst war.

Nachdem das gute Stück wieder in Oberostendorf gelagert war, erkundete in der Nacht zum Samstag gegen Mitternacht zunächst ein Spähtrupp aus Beckstetten die Lage. Dann schlugen sie zu: 20 Beckstettener Mädels und Burschen nutzten kurzerhand die Chance, den unbewachten Baum – eine Wache war erst ab Samstag eingeteilt – ein zweites Mal aus Oberostendorf zu entführen.

Mit Hilfe von Muskelkraft und einer Zugmaschine transportierten sie den Maibaum ab. 'Es war knapp', berichtet Schweiger, 'denn gerade als die Ortsgrenze überquert war, bemerkten die Oberostendorfer den Diebstahl'.

100 Liter Bier als Auslöse

Da der Baum am Samstag gestrichen werden sollte, musste die Auslösung schnell über die Bühne gehen. Unter der Leitung von Verhandlungsführer Schweiger waren die Bedingungen rasch festgelegt: Für 100 Liter Bier kauften die Oberostendorfer um 14 Uhr ihren Maibaum wieder frei und die Malerarbeiten konnten beginnen.

'Am wichtigsten ist doch, dass nichts beschädigt wurde. Schließlich soll es für alle Beteiligten nur ein Spaß sein', betonte Verhandlungsführer Schweiger gegenüber der BZ.

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