Prognose
Bald ein Viertel weniger Schüler an Ostallgäuer Schulen

'Wie viel Geld stecke ich noch in ein Schulgebäude?' Diese Frage, so ist sich Schulamtsdirektorin Eva Severa-Saile sicher, werden sich in absehbarer Zeit viele Gemeinden stellen. <%IMG align='right' id='721558' title='Bald ein Viertel weniger Schüler'%>

Denn eine Erhebung ihrer Behörde zu den Schülerzahlen zeigt sehr deutlich: In fünf Jahren werden die Schülerzahlen an Grund- und Mittelschulen im Ostallgäu rund ein Viertel niedriger liegen als 2008. Damals besuchten noch 5894 Schüler die Volksschulen. Bis 2017 werden die Zahlen auf rund 4400 Schüler sinken und auf diesem Niveau bei Ende der 2020er Jahre stagnieren. Relativ verlässlich sind die Zahlen bis 2015, die genau diese Entwicklung zeigen.

Die Kommunalpolitiker sind sich dieser Situation bewusst, weiß Severa-Saile und fordert die Gemeinden auf, hier langfristig zu denken und das Thema nun 'unaufgeregt und ohne Druck' anzugehen. Dazu riet auch Landrat Johann Fleschhut in der Bürgermeisterrunde. Die Zahlen seien für alle Gemeinden von großer Bedeutung und man solle sich früh Gedanken über die Konsequenzen machen.

Teilweise auch leichter Anstieg

Severa-Saile verweist darauf, dass einige Gemeinden den schlimmsten Schwund bereits hinter sich haben. Dies gilt vor allem für den südlichen Landkreis, wo an der Mittelschule Füssen, sowie an den Grundschulen in Pfronten und Nesselwang sogar mehr Schüler zu erwarten sind.

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Langfristig zu denken, heißt für die Schulamtsdirektorin auch gegenzusteuern. Dazu können neue Baugebiete beitragen. Man müsse sich aber auch bewusst sein, dass dieser Effekt nur einige Jahre vorhält. Denn wenn die Kinder aus der Schule kommen, fehle erneut Nachwuchs. Am besten sei eine kontinuierliche Wohnungsbaupolitik.

Positive Auswirkungen hätten zudem Firmenansiedlungen oder große Betriebserweiterungen, so die Schulrätin. Falls die Bundeswehr weniger Soldaten in Kaufbeuren oder Füssen stationiere, sei dies sehr gravierend für die Schülerprognosen. Unberechenbar seien zudem der politische Wille oder eine mögliche Änderung des Schulsystems.

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Persönlich hoffe sie, dass hier einige Jahre der Ruhe einkehren und nach der Realschul-, Mittelschul- und Gymnasialreform sich das System bewähren könne. Sie stellte auch klar, dass aktuell keine Schulschließungen im Ostallgäu anstehen. Das Schulamt versucht, alle Standorte zu erhalten, auch wenn wie in Lengenwang oder Ronsberg bald nur noch 50 Kinder in Kombiklassen gemeinsam Schreiben und Rechnen lernen.

Für Landrat Fleschhut zeigt die Statistik, dass sich der Landkreis um Zuzug bemühen müsse. Denn auch wenn die Ostallgäuer Bevölkerung laut Prognose bis 2025 leicht wachse, verändere sich die Altersstruktur erheblich. Zuzug brauche man auch für die Wirtschaft.

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Damit beispielsweise der Traktorenhersteller Fendt die Vielzahl neuer Ingenieurstellen besetzen könne, müssten die Rahmenbedingungen auch für die Familien von Interessenten stimmen. Dies betreffe attraktive Baugebiete ebenso wie die Kinderbetreuung.

Prüfen müsse man zudem, ob die Einheimischenmodelle bei der Vergabe von Bauplätzen noch überall sinnvoll sind, sagte Fleschhut. Man müsse sich nicht nur um neue Firmen bemühen, die sich im Ostallgäu ansiedeln, sondern Fachkräfte dazu bewegen, nach einer Ausbildung oder einem Studium wieder ins Ostallgäu zurückzukehren.

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