B17
B17 - Kaufering investiert eine halbe Million Euro in Flüsterasphalt

Seit 22 Monaten rollt der Verkehr auf der neuen B17 zwischen Landsberg und Klosterlechfeld. Bald wird die autobahnähnliche Bundesstraße aber erneut zur Baustelle. Auf einem rund 3,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Igling und Hurlach wird ein sogenannter Flüsterasphalt aufgetragen. Damit will die Marktgemeinde Kaufering ihre Bürger vor Lärm schützen, der bei entsprechenden Wetterlagen im Westen des Ortes zu hören ist.

Für die Kosten in Höhe von etwas mehr als einer halben Million Euro kommt Kaufering selbst auf. Das ist vertraglich so geregelt. In der jüngsten Sitzung erteilte der Marktgemeinderat Bürgermeister Dr. Klaus Bühler die Vollmacht, einen entsprechenden Vertrag mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim abzuschließen. Dort ist das Vertragswerk gestern eingegangen, wie Baurat Dr. Hermann Streicher auf Nachfrage mitteilte.

Seinen Angaben nach ist das Lärmschutzprojekt eine bislang nahezu einmalige Angelegenheit. << Dass eine Gemeinde so in den Lärmschutz investiert, ist selten. Wir haben für eine Nachbesserung keinen Anlass gesehen, weil die Grenzwerte eingehalten werden.

>> Ein Vorreiter mit einem ähnlichen Projekt sei jetzt die Gemeinde Gräfelfing gewesen, die ebenfalls einen Dünnschichtbelag auf der A96 auftragen ließ.

Insgesamt 70000 Quadratmeter

Etwa 550000 Euro investiert der Markt Kaufering in den neuen Belag, der auf 3,5 Kilometern Länge auf beiden Fahrspuren aufgetragen werden soll. << Der witterungsbedingte Lärm wird reduziert und bringt eine spürbare Verbesserung für die Anwohner >>, sagt Bürgermeister Dr. Klaus Bühler. Auf insgesamt 70000 Quadratmetern soll dann zwischen den Anschlussstellen Igling und Hurlach ein etwa 1,5 Zentimeter Dünnschichtbelag - ähnlich wie in der Kauferinger Bayernstraße - aufgetragen werden, der den Verkehrslärm mindern soll. << Derzeit ist ein Splitt-Mastix-Asphalt aufgebracht, der schon jetzt zwei bis drei Dezibel gegenüber einem Gussasphalt bringt.

Mit dem Dünnschichtbelag sind noch mal zwei bis vier dB erreichbar. Das bedeutet eine merkliche Veränderung >>, sagt Dr. Hermann Streicher vom Staatlichen Bauamt.

Geld aus Grundstücksverkäufen

Die Gelder hierfür wird die Marktgemeinde wie bereits berichtet aus Grundstücksverkäufen erwirtschaften. Beginnen sollen die Arbeiten bis zum September. Dann wird immer nachts auf der B17 die neue Deckschicht eingebaut. Je Fahrspur sollen die Arbeiten jeweils sechs Nächte dauern. << Tagsüber kann der Verkehr ganz normal über die Fahrbahn rollen >>, sagt Dr. Hermann Streicher. Dass der Marktgemeinde ein ähnliches Schicksal droht wie der Stadt Augsburg, bezweifeln Bühler und Streicher.

Anfang des Jahres musste der 2003 auf der B17 zwischen Gabelsberger- und Eichleitnerstraße aufgetragene Flüsterasphalt auf rund eineinhalb Kilometern Länge erneuert werden. Grund: Der Belag löste sich auf. << Das in Augsburg war offenporiger, sehr hohlraumlastiger Flüsterasphalt. Was bei Kaufering auf der B17 aufgetragen wird, ist ein Dünnschichtbelag, der auf die aufgefräste Fahrbahn mit einem Kleber befestigt wird >>, erläutert Streicher. Bürgermeister Dr. Klaus Bühler gibt dem Flüsterasphalt eine Lebensdauer von etwa 15 Jahren.

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