Meinung
AZ-Kommentar zur Neid-Debatte um freies WLAN für Buchloer Asylbewerber: Geht’s eigentlich noch?

Es gibt viele Dinge, wofür wir unsere Mitmenschen beneiden: Erfolg im Job, die Liebe des Lebens, die neue Luxuskarosse vor der Haustür. Ein bisschen Neid kann manchmal nicht schaden, als eigener Ansporn sozusagen.

Doch die Reaktionen auf das , die derzeit in Containern - meist zu mehreren auf wenigen Quadratmetern - leben, haben nichts mehr mit ein bisschen Neid zu tun. Geht’s eigentlich noch? Ist den Bürgern, die diese hetzerischen Parolen im Internet veröffentlichen, überhaupt klar, auf wen sie da neidisch sind?

Wir sprechen hier von Menschen, die meist nicht mehr besitzen, als das, was sie am Leib tragen. Menschen, die auf der Flucht in unser Land Dinge gesehen und erlebt haben, die sie wahrscheinlich bis an ihr Lebensende verfolgen. Menschen, die auf dem Weg hierher mitunter wie Tiere behandelt wurden. Menschen, die seit Monaten keinen Kontakt zu ihren Familien, Frauen, Kindern oder Freunden hatten und nicht einmal wissen, ob diese noch leben.

Aber nur wegen kostenlosem WLAN ist man auf diese Menschen neidisch? Und das, obwohl durch den Internetzugang ermöglicht wird, dass die Asylbewerber schnell die deutsche Sprache lernen, um ein Teil der Gesellschaft zu werden, zu arbeiten und Steuern zu zahlen.

Es gibt wirklich viele Dinge, auf die wir neidisch sein können und dürfen. Ein kostenloses WLAN für Flüchtlinge gehört ganz sicher nicht dazu.

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