Umleitung
Autofahrern und Anwohnern macht der Ausbau der B12 zu schaffen

Im Berufsverkehr, so gegen 17 Uhr, sind es knapp 30 Fahrzeuge, die das Germaringer Ortsschild in der Minute passieren - Autos, Transporter, Sattelschlepper. Seit 2. August ist die B12 wegen der Ausbauarbeiten in einer Fahrtrichtung gesperrt.

Und ein guter Teil der rund 16000 Fahrzeuge, die auf der Bundesstraße zwischen Kaufbeuren und Buchloe täglich unterwegs sind, wälzt sich seither entlang der Landstraße über Germaringen, Ketterschwang und Jengen Richtung Norden - und stellt damit die Nerven der Autofahrer und Anlieger vielerorts auf eine harte Belastungsprobe.

<< Gerade für die Anwohner ist es manchmal schon eine Zumutung >>, sagt Germaringens Bürgermeister Kaspar Rager. << Streckenweise weiß man gar nicht, wie man über die Straße kommen soll. >> Zwar seien noch keine konkreten Beschwerden bei der Gemeinde eingegangen. Dass im Dorf über den Verkehr geschimpft wird, sei ihm aber durchaus bewusst.

Besonders unter den Landwirten regt sich der Unmut. Nach den meist verregneten Wochen stehen die unter Druck. << Was sie brauchen, sind ein paar trockene Tage, damit sie die Ernte einfahren können >>, sagt Thomas Kölbl, Geschäftsführer des Bayerischen Bayernverbands in Kaufbeuren.

Die Prognosen sagen nun zwar tatsächlich ein paar bessere Tage voraus, eine länger anhaltende Schön-Wetter-Periode ist nicht in Sicht. << Und wenn man nur wenig Zeit hat, und dann bei jeder Fuhre auch noch eine Ewigkeit im Verkehr feststeckt, wird es natürlich problematisch >>, sagt Kölbl.

Tatsächlich brauchen Verkehrsteilnehmer zwischen Kaufbeuren und Jengen derzeit viel Geduld. So manchem graut es daher schon vor der Vollsperrung der B12 zum Ende der Bauarbeiten. << Dann könnte es wirklich dramatisch werden >>, sagt Rager. Er will daher einen Antrag beim Staatlichen Bauamt in Kempten stellen, in dieser Zeit zumindest den Schwer- und Fernverkehr zwischen Kempten und der A96 mit einer großräumigen Ausschilderung - etwa über Memmingen - abzuleiten.

Andere Stimmen fordern, den Verkehr zwischen A96 und der Wertachstadt verstärkt über die B16 und die Staatsstraße zwischen Bad Wörishofen und Kaufbeuren umzuleiten.

Laut Bauleiter Manfred Huf vom Staatlichen Bauamt wird derzeit bereits geprüft, ob eine weiträumige Beschilderung für Fern- und Schwerverkehr sinnvoll ist. Aber selbst bei einem positiven Bescheid wäre eine Umfahrung wohl freiwillig. Und da ein Großteil des Verkehrs auf ortskundige Tagespendler zurückzuführen ist, würde das wohl nur wenig Entlastung auf der Umleitungsstrecke bringen.

<< Wir versuchen daher, einen möglichst großen Teil der Bauarbeiten unter Verkehr zu erledigen und die Unannehmlichkeiten und die Belastung somit so klein wie möglich zu halten >>, so Huf.

Allerdings läuft auch hier nicht alles nach Plan. So war ursprünglich angestrebt, dass der Ausbau der B12 bis Ende August abgeschlossen und die Bundesstraße dann zwischen Kaufbeuren und der A96 lückenlos dreispurig befahrbar ist. Wie das Bauamt jedoch mitteilt, wird man diesen Zeitplan nicht einhalten können.

Schuld für die Verzögerung ist das schlechte Wetter. Der Regen habe die parallel zu den Straßenbauarbeiten stattfindende Sanierung der Brücken hinauszögert. Neuer Termin für die Vollsperrung, während der die gut einwöchigen Abschlussarbeiten stattfinden sollen, ist nun Anfang September. Der Verkehr in Richtung Norden wird bis dahin weiter über die Landstraße umgeleitet.

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