Bürgerversammlung
Auch seine zehnte Bürgerversammlung bringt Wiedergeltingens Bürgermeister Michael Schulz ruhig über die Bühne

Für Bürgermeister Michael Schulz war es ein Jubiläum. Zum zehnten Mal eröffnete er eine Bürgerversammlung. Und dieses Mal konnte er sich gleich mehrfach freuen. Denn der Besuch in der Mehrzweckhalle der Grundschule war durchaus rege, eine Klage vorzubringen hatten die Bürger aber eigentlich nicht.

Kämmerer Claus-Dieter Hiemer stellte die Finanzlage dar. Die Gemeinde muss keine Kredite aufnehmen. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt in Wiedergeltingen bei 148, im Landkreis bei 700 und in Deutschland bei mehr als 24 000 Euro.

Entgegen dem allgemeinen Trend sei der Ausblick für Wiedergeltingen noch gut. Es herrschten demnach 'geordnete Verhältnisse', so Hiemer. Die Eurokrise gebe jedoch auch keinen Grund zur Euphorie.

Seit 2001 liegt die Einwohnerzahl fast immer auf dem gleichen Niveau. Aktuell leben in Wiedergeltingen 1381 Menschen. Die Zahl der Geburten ging zurück. 2009 waren es noch 14 Kinder, 2010 und 2011 jedoch nur noch jeweils sechs. Im Schulverband Wiedergeltingen und Amberg gehen insgesamt 119 Kinder zur Schule, 53 in Amberg und 66 in Wiedergeltingen.

Auch hier gehen die Zahlen in den kommenden Jahren weiter zurück. Erst ab 2015 werde sich das wieder ändern, so Hiemer.

Um die wichtigsten Fragen zu Wind- und Solarpark zu klären, war Martin Eberle vom Planungsbüro Wilhelm Daurer, Landschaftsarchitekten aus Wiedergeltingen, eingeladen worden. Eberle erläuterte die Überlegungen für die Standorte.

Absprachen mit Jengen, Buchloe und Weicht für die Windenergie müssten noch getroffen werden. Eine informelle Anhörung zum Konzept sei für Mitte Februar 2012 geplant. Ziel sei es, bis zu diesem Termin Gebiete auszuweisen, auf denen tatsächlich Anlagen entstehen könnten. Laut Schulze werde das Projekt in einer außerordentlichen Bürgerversammlung besprochen, schließlich koste es 15 Millionen Euro.

Am 21. Dezember erscheint eine neue 'Gemeindezeitung', die an die Haushalte in Wiedergeltingen kostenlos verteilt wird. Um sie lebendig zu gestalten, sind die Bürger aufgerufen, mitzumachen und Artikel abzugeben. Je Verein gibt es einen Ansprechpartner.

Bei der Versammlung ehrte der Bürgermeister den Gemeindediener Anton Lutzenberger mit einer Ehrenurkunde und 500 Euro für 50 Jahre treue Dienste. Am 1. Oktober 1961 sei er mündlich unter Vertrag genommen worden, erklärte Schulz, am 19. Oktober 1963 habe Lutzenberger einen schriftlichen Vertrag bekommen.

Noch heute ist der 77-Jährige für die Gemeinde tätig. 'Ich freue mich auf jeden Dienstag und Donnerstag. Dann kann ich in mein geliebtes Rathaus gehen', sagte der Geehrte.

Der Bürgermeister blickte auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres zurück und erklärte, dass es beim interkommunalen Gewerbegebiet an der A 96 in die entscheidende Runde gehe. Wichtig für den Winter: Die Streukästen sind gefüllt. Die Bürger können sich kostenlos bedienen.

Hubert Schneider, Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbands, sprach sich in der anschließenden Befragung gegen den Solarpark aus. Den Landwirten würde eine Fläche von 500 Hektar entzogen. Sie bestünden auf einen Verzicht der Auswegsflächen zwischen der A 96 und dem Bahndamm. Bürgermeister Michael Schulz versprach: 'Wir sind alle gefordert – Staat, Land und Kommunen –, uns unsere Gedanken zu machen. Wir sind alle im Kneippland. Wir müssen etwas tun.'

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