Sammelleidenschaft
Antonio Cavollaro aus Buchloe wendet viel Zeit für seine Geldstücke, Taler und Medaillen auf

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Frau Cavollaro öffnet die Türe zum Esszimmer und sagt mit einem Lächeln: «Mein Mann ist ein echter Sammler.» Gerade kommt auch Antonio Cavollaro hinzu und legt einige Alben und dünne Kästen auf den Tisch. «Das ist eine kleine Auswahl der Münzen, die ich habe.»

Als Schulbub habe sich seine Leidenschaft entwickelt. Früher habe er, wie auch einige seiner Schulkameraden, einzelne Münzen gesammelt. << Alle, die ich schön fand, habe ich aufbewahrt >>, sagt der gebürtige Italiener. << Die Lire habe ich dann in einem Sammelbehälter aufgehoben. >> Später - als ein paar mehr Münzen dazukamen - fing er an, diese in Alben zu sortieren.

Jeder Sammler hat sein ganz eigenes Sammelschema, weiß auch Cavollaro, denn er sortiert die Münzen nach Bildnis in die Kästen ein. << Der Wert spielt bei mir keine Rolle >>, betont er ausdrücklich. Er habe nie extra nach einzelnen Münzen gesucht, sondern beispielsweise bei Auslandsaufenthalten einige behalten. Als er 1962 in der Schweiz arbeitete, begeisterte er sich auch für internationale Münzen, für die Franken zum Beispiel.

1965 kam Cavollaro dann nach Deutschland. Neues Land - neue Münzen. << Ich habe einmal sogar Münzen geschenkt bekommen >>, erinnert sich der 72-Jährige. << Dem Chef der Hypovereinsbank habe ich von meiner Begeisterung erzählt. Weil er das auch toll fand, schenkte er mir eine Münze von 1964. Die gab es damals zu Ehren des 150. Todestages von Johann Gottlieb Fichte. >>

Seiner Ansicht nach geht es echten Sammlern um genau solche Geschichten. << Es kommt immer auf den Hintergrund für die Herausgabe der Münzen an >>, sagt Cavollaro während er auf eine der Besonderen zeigt. Ein Taler von 1860, auf dem die Madonna abgebildet ist. Diesen Silbertaler habe man früher mit einem Messer abgeschabt, weil man ihm eine heilende Wirkung zugesprochen hat. << Ich sammle nicht, weil ich Geld anlegen möchte, sondern weil ich die Münzen schön finde.

>> Das müssen laut dem Sammler auch die Jüngeren begreifen. << Man muss viel Zeit aufwenden und sich dafür begeistern >>, so der Rentner weiter. Jegliches Sammeln sei ein schönes Hobby und hat einen besonders großen Reiz, aber man << muss es ohne Hintergedanken tun >>. Er finde es sehr schade, wenn immer mehr Menschen in die Münzen investieren, um sich danach zu bereichern.

Sammlerbörsen besuchen

Wer an besondere Stücke kommen möchte, dürfe sich - ebenso wie Cavollaro - nicht auf Flohmärkten oder im Internet umschauen, da dort die Gefahr der Fälschung sehr hoch sei. << Man muss spezielle Sammlerbörsen besuchen. Oft fällt einem durch Zufall eine tolle Münze in die Hände.

>> Beispielsweise in seinem Sammlerclub in Buchloe spreche man oft über die neuesten Errungenschaften und tausche die ein oder andere Münze aus.

Er nimmt eines seiner Alben in die Hand und blickt mit seiner Speziallupe auf einen kleinen Silberling: << Das ist ein 20 Pfennig Stück von 1873. Das ist eine Rarität >>, sagt er begeistert. Man merkt ihm seine Faszination genau an. Aus eben dieser Faszination sei im Laufe der Zeit Fachwissen geworden.

<< Wenn man sich lange und vor allem gerne mit etwas beschäftigt, kennt man sich auf diesem Gebiet einfach aus >>, erklärt Cavollaro und blättert eine der wichtigsten Zeitungen der Münzsammler, die << Money trend >> durch. << Mittlerweile würde ich mich schon als Fachmann aus Leidenschaft bezeichnen. >>

Rat des Fachmanns

Das wissen auch einige andere zu schätzen, denn viele kommen nach Buchloe, um ihm seine Münzen zu zeigen. Das macht den Rentner stolz, denn er gibt ihnen gern seinen Rat. << Es ist toll, wenn ich merke, dass sich auch andere Gedanken um die Münzen machen und sie nicht einfach so verkaufen >>, meint er. << Manche zeigen sie mir, ohne zu wissen, was sie für Schätze in der Hand halten. >> Oft erklärt er den Interessierten mehr über ihre Münze oder prüft sie auf ihre Originalität. << Leider gibt es heutzutage viele Fälscher. Da muss man wirklich aufpassen. >>

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