Polizei warnt vor Betrugsmasche
Falscher Microsoft-Mitarbeiter zockt Mann (58) aus Blaichach ab

Der unbekannte Täter gab sich am Telefon als Microsoft-Mitarbeiter aus. Die Betrugsmasche ist bekannt und wird immer häufiger angewendet. Die Polizei hat für Betroffene nützliche Tipps. (Symbolbild)
  • Der unbekannte Täter gab sich am Telefon als Microsoft-Mitarbeiter aus. Die Betrugsmasche ist bekannt und wird immer häufiger angewendet. Die Polizei hat für Betroffene nützliche Tipps. (Symbolbild)
  • Foto: Anja Lachemeier
  • hochgeladen von Holger Mock

Am Mittwoch hatte ein Betrüger über Telefon einen 58-jährigen Mann aus Blaichach abgezockt. Der Täter rief vermutlich aus dem Ausland an und gab sich als Microsoft-Mitarbeiter aus. Er behauptete der Rechner des Mannes wäre von Schadsoftware betroffen. Gutgläubig willigte das Betrugsopfer in die Installation angeblicher Fernwartungssoftware ein. 

8.600 Euro weg!

So konnte sich der Betrüger Zugang zum Computer des Mannes verschaffen. Bis der 58-Jährige den Betrug erkannte, war es schon zu spät. Es wurden 8.600 Euro auf Auslandskonten überwiesen. Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche. 

Immer dieselbe Masche

Die angeblichen, häufig nur Englisch oder gebrochen Deutsch sprechenden Microsoft-Mitarbeiter behaupten, dass der Rechner des Angerufenen Fehler aufweise, von Viren befallen oder gehackt worden sei oder ein neues Sicherheitszertifikat benötige und bieten ihre Hilfe an. Dazu sollen ihre Opfer auf ihren Geräten eine Fernwartungssoftware installieren mit der die angeblichen Probleme gelöst werden können. Mit diesem Programm haben die Betrüger Zugriff auf die Rechner ihrer Opfer und können sensible Daten, beispielsweise Passwörter für das Online-Banking ausspähen.
Darüber hinaus verlangen sie für ihre vermeintliche Service-Leistung eine Gebühr. Manchmal fordern Sie für das Erneuern einer angeblich abgelaufenen Lizenz ebenfalls Geld oder sie überreden ihre Opfer dazu, einen kostenpflichtigen Wartungsvertrag einzugehen. Weigern sich die Betroffenen zu zahlen oder auf das Angebot einzugehen, drohen die Täter mit dem Sperren des Rechners und dem Verlust der Daten. Sie fragen u.a. nach den Kreditkartendaten, oder nutzen während des Fernzugriffs das Online-Banking des Geschädigten. Unter dem Vorwand die Transaktion sei fehlgeschlagen, verlangen sie u.a. Zugriff auf weitere Zahlungsarten und fordern eine nochmalige Zahlung. Zum Teil werden die Opfer dazu aufgefordert, im Supermarkt oder an der Tankstelle Gutscheincodes (z.B. iTunes) für das Bezahlen im Internet zu erwerben.

70.000 Euro Beute im Jahr 2021

Im Schutzbereich des PP Schwaben Süd/West haben Anrufbetrüger mit der Microsoft-Masche im Jahr 2021 in 17 erfolgreichen Fällen rund 70.000 Euro ergaunert. Im Landkreis Oberallgäu erbeuteten sie im vergangenen Jahr in drei erfolgreichen Fällen rund 10.000 Euro.

Die Polizei klärt auf

  • Seriöse Unternehmen nehmen keinen unaufgeforderten Kontakt zu Ihnen auf. Sollte sich ein vorgeblicher Mitarbeiter melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie einfach den Hörer auf.
  • Geben Sie auf keinen Fall private Daten wie Bankkonto- oder Kreditkartendaten oder Zugangsdaten zu Kundenkonten heraus.
  • Gewähren Sie einem unbekannten Anrufer niemals Zugriff auf Ihren Rechner beispielsweise mit der Installation einer Fernwartungssoftware.

So sollten sich Betroffene verhalten

  • Trennen Sie Ihren Rechner vom Internet. Ändern Sie über einen zweiten Rechner unverzüglich betroffene Passwörter.
  • Lassen Sie Ihren Rechner überprüfen.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Geldinstitut beraten, ob Sie bereits getätigte Zahlungen zurückholen können.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
  • Bitte sprechen Sie auch mit Verwandten, Bekannten und Ihren Nachbarn über das Phänomen!
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