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Totalschaden nach Lawine: Zukunft des Hotel Hubertus in Balderschwang ist ungewiss

Am Montag, 14. Januar 2019, löste sich eine Lawine und traf das Hotel Hubertus in Balderschwang. Das Ausmaß der Schäden wird nach den Aufräumarbeiten deutlich.
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  • Am Montag, 14. Januar 2019, löste sich eine Lawine und traf das Hotel Hubertus in Balderschwang. Das Ausmaß der Schäden wird nach den Aufräumarbeiten deutlich.
  • Foto: Benjamin Liss
  • hochgeladen von Stephanie Eßer

Einsam und verlassen, kein Mensch weit und breit, so kann man die Stimmung und die Situation im Hotel Hubertus in Balderschwang am Samstag, 19. Januar, beschreiben. Am vergangenen Montag, 14. Januar, löste sich gegen 5 Uhr eine Lawine oberhalb des Hotels. Jetzt sieht man die Schäden, die die Lawine verursacht hat. Der Geschäftsführer des Hotels, Karl Traubel, erzählte, was in der Nacht geschah und wie es nun mit dem Hotel weitergeht.

Er selbst war in der Nacht dort. ,,Ich war in der Nacht auch im Hotel. Ich hab hier geschlafen, weil der Pass zu war und die Strecke raus nach Hittisau auch gesperrt war. [...] Früh morgens um 5:03 Uhr habe ich dann ein Zischen gehört und dann auf einmal ein Rumpeln. Und da bin ich auch gleich raus.", sagte er. Dort fand er bereits einzelne Hotelgäste an.

Eine Lawine, wohl ausgelöst durch einen umgefallenen Baum, traf das Hotel mit voller Wucht. Teilweise bis in den zweiten Stock drangen die Schneemassen. Sowohl der Spa- als auch der Poolbereich wurden unter meterhohen Schneemassen begraben, Scheiben gingen zu Bruch, der Pool gefüllt mit Schnee. Sofort wurden die Hotelgäste aus den Zimmern evakuiert. Sammelplatz war der Yogaraum "WeitBlick". Dort wurden sie namentlich erfasst und mit Getränken und einem Frühstück versorgt.

Nachdem die Lawine zum Stillstand gekommen war, sah man vom Erdgeschoss des Spa-Bereichs nichts mehr. Er war komplett eingedrückt und verschüttet worden. Auch der Ruhebereich am Pool war nicht wiederzuerkennen. Im zweiten Stockwerk riss die Lawinen die Balkone ab. Im Ruhebereich war die Druckwelle der Lawine so heftig, dass eine Glastüre aus der Verankerung gerissen wurde und fünf Meter weiter in der Wand wieder einschlug. Die Türklinke habe sich in die Wand gebohrt, so Traubel.

Das Hotel musste geräumt werden. Zu dieser Zeit durfte der Riedbergpass nur mit Schneeketten befahren werden. Bis nach Sonthofen, Immenstadt und sogar Schongau sind die Mitarbeiter des Hotels gefahren, um Schneeketten für die Gäste zu besorgen. "Damit sie abreisen können.", so der Geschäftsführer.

Währenddessen kämpften sich draußen die ersten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Bergwacht durch den Schnee. Glücklicherweise kamen aber alle mit dem Schrecken davon und niemand wurde durch die Lawine verletzt. "Ich bin allen Kräften so dankbar, dass sie uns geholfen haben!", sagte Traubel. Mit verschieden großen Baggern haben sie mit zahlreichen Helfern bis zum Freitag, 19. Januar, gearbeitet.

Erst nachdem das Gelände halbwegs vom Schnee befreit wurde, wurde das gesamte Ausmaß sichtbar. "Das Gebäude ist ein Totalschaden. Das Haus muss man abreißen, das gleiche mit unserem Schwimmbad.", so Traubel. Der Spa-Bereich wurde komplett zerstört. Holzwände knickten um wie Streichhölzer, der ganze Bau habe sich verschoben. Ob der Ruhebereich und der Pool gerettet werden können, ist noch unklar.

Das Hotel gleicht momentan einem Geisterhaus. Nur die Geschäftsführer und ein Mitarbeiter halten die Stellung. Die Mitarbeiter müssen derzeit nicht arbeiten. Man überlege, wie man mit der Situation am besten weitermache. Ein kleiner Trost: "Das Gute ist: Wir sind versichert.", so der Geschäftsführer.

Ob auch die Garage betroffen ist, muss noch geklärt werden. Und auch ob die unter dem Spa-Bereich befindlichen Lawinenanker beschädigt wurden, ist noch unklar. Das sehe man erst, wenn sie freigelegt wurden.

Sicher ist: Das Gebäude muss weg. Wann und wie schnell es geht wisse man noch nicht. Auch die Dauer des Wiederaufbaus ist noch unklar. "Wir müssen uns auch Gedanken darüber machen, wie wir uns vor weiteren Lawinen schützen", meinte der Geschäftsführer. Vorerst bleibt das Hotel geschlossen. Bisher weiß niemand für wie lange. Eine Herausforderung sei nun auch, alle Gäste zu benachrichtigen. "Mit über 70% Auslastung über das Jahr, haben die Mitarbeiter jetzt alle Hände voll zu tun, um alle Gäste, die für die nächste Zeit gebucht haben, zu informieren.", fügte Traubel an. Gäste, welche dennoch ihren Urlaub in Anspruch nehmen möchten, werden Hotels im Oberallgäu empfohlen.

Trotz allem denken Karl Traubel und sein Sohn Marc optimistisch. "Wir haben so viel Unterstützung von der einheimischen Bevölkerung, der Bergwacht, Feuerwehr, dem Ort und auch Gästen angeboten bekommen.", so die Geschäftsführer. Deshalb habe man sich dazu entschieden, ein Spendenkonto für die ehrenamtlichen Helfer einzurichten:

Spendenkonto Ehrenamtliche Helfer
BTV Memmingen
DE56 7201 2300 0697 0931 06
BTVADE61XXX

Autor:

Benjamin Liss aus Kempten

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