Maximales Tierwohl bei der Schlachtung
"Schlachtung mit Achtung": Erste Kühe im Allgäu "stressfrei" geschlachtet

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Maximales Tierwohl bei der Schlachtung. Dieses Ziel hat sich die "IG Schlachtung mit Achtung" gesetzt und dafür eine "Mobile Schlachteinheit" (MSE) entwickelt. Mit einer solchen Einheit, die äußerlich einem Anhänger ähnelt, können Metzger Schlachtungen vor Ort auf dem jeweiligen Bauernhof durchführen. Dadurch können die Tiere in gewohnter Umgebung sterben und müssen nicht zum Schlachthof transportiert werden, was für die Tiere viel Stress und Leid bedeuten würde. 

Das Video entstand im März 2020. Dort erklärt Thomas Mayer von der "IG Schlachtung mit Achtung" wie eine Schlachtung mit der MSE durchgeführt wird:

Schlachteinheit findet auch im Allgäu Anwendung

Schon vor über einem Jahr hatte sich Metzgermeister Martin Mayr aus Irsingen dazu entschieden, eine mobile Schlachteinheit anzuschaffen. Davor musste er aber noch einige Hürden überwinden, Genehmigungen einholen und Anträge stellen. Die Corona-Pandemie hat den Ablauf weiter verzögert. Doch am Ende hat alles geklappt. Am 27. Mai fand im Allgäu die erste Probeschlachtung mit einer mobilen Schlachteinheit statt. Vor Ort waren auch Vertreter der Regierung von Schwaben und vom Veterinäramt Marktoberdorf. 

Keine Probleme bei den ersten Schlachtungen 

Seitdem führte Mayr sechs weitere Schlachtungen mit der Einheit durch. Bisher sei es "immer super gelaufen", meint Mayr. Bei der Schlachtung ist es bei diesem Verfahren Pflicht, dass kein Druck auf das Tier ausgeübt wird und es freiwillig in die Fanggitter der mobilen Schlachteinheit läuft. "Bei einer Schlachtung mussten wir eineinhalb Stunden auf dem Hof bleiben. Ansonsten waren wir immer nach einer halben Stunde wieder weg", erzählt Mayr. 

Tier muss 45 Minuten nach dem Tod weiterverarbeitet werden

Nachdem das Tier in einem Fanggitter der Schlachteinheit fixiert worden ist, wird es mit einem Bolzenschuss betäubt. Das betäubte Tier wird dann in die Schlachteinheit hineingezogen und mittels schnellem Blutentzug getötet. Innerhalb von 45 Minuten muss Mayr dann das Tier zur Weiterverarbeitung nach Baisweil bringen. Wegen dieser Regeln kann Mayr auch nur in diesem Umkreis mit der Einheit schlachten. Der Metzgermeister hofft, dass diese Regeln in Zukunft etwas gelockert wird. 

In eine solche Einheit wird das Tier mit Futter gelockt. Dann wird das Tier betäubt, in die Einheit hineingezogen und dort durch Blutentzug getötet.
  • In eine solche Einheit wird das Tier mit Futter gelockt. Dann wird das Tier betäubt, in die Einheit hineingezogen und dort durch Blutentzug getötet.
  • Foto: Julian Hartmann
  • hochgeladen von Julian Hartmann

"Wöchentlich rufen neue Landwirte an"

Die Resonanz sei bis jetzt sehr gut, so Mayr. "Wöchentlich rufen bei mir neue Landwirte an." Gleichzeitig stellt er klar: "Ich schlachte nicht für jeden!" Schlachtungen auf großen Mastbetrieben beispielsweise kommen für ihn nicht infrage. Bevor er Schlachtungen auf einem Hof durchführt, schaut er sich den Betrieb an.

Tiere werden vor der Schlachtung an Fanggitter gewöhnt

Vor der Schlachtung müssen die Tiere an die Fanggitter der Schlachteinheit gewöhnt werden. Dafür hat Mayr insgesamt sieben Fangstände, mit der die Tiere einige Tage vor der Schlachtung an die Gitter gewöhnt werden können. Die Landwirte müssen die Gitter selber bei Mayr abholen, weil er es alleine nicht schafft.

Schlachtung mit Achtung: Alternative Schlachtmethode bald auch im Allgäu?

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