Keine Kosten-Beteiligung der Stadt
Landkreis hält an Erweiterung von Kreis-Seniorenwohnheim in Bad Wörishofen fest

Das Kreis-Seniorenwohnheim in Bad Wörishofen soll ab Herbst erweitert werden – ohne staatliche Förderung und Kosten-Beteiligung der Stadt.
  • Das Kreis-Seniorenwohnheim in Bad Wörishofen soll ab Herbst erweitert werden – ohne staatliche Förderung und Kosten-Beteiligung der Stadt.
  • Foto: Markus Heinrich
  • hochgeladen von Stephanie Eßer

Keine staatliche Förderung und jetzt beteiligt sich auch die Stadt Bad Wörishofen nicht an der Erweiterung des Kreis-Seniorenheims in der Stadt. Der Landkreis Unterallgäu hält dennoch an den Maßnahmen fest, entschied der Ausschuss für Personal und Soziales des Unterallgäuer Kreistags nun in einer Sondersitzung. Baubeginn soll voraussichtlich schon im Herbst sein, teilt das Landratsamt mit.

Die kurzfristig anberaumte Ausschusssitzung sei demnach notwendig geworden, weil der Bad Wörishofer Stadtrat in der vergangenen Woche beschlossen hatte, sich nun doch nicht an den Kosten in Höhe von rund 3,9 Millionen Euro zu beteiligen. Laut dem Landratsamt hatte der Stadtrat noch im Februar zugesagt, bis zu 780.000 Euro in die Baumaßnahmen zu investieren.

Unterallgäuer Landrat von Vorgehensweise enttäuscht 

Von dieser Vorgehensweise zeigte sich der Unterallgäuer Landrat Alex Eder enttäuscht. Der Wunsch nach der Erweiterung sei gerade auch von der Stadt Bad Wörishofen mehrfach geäußert worden, heißt es in der Mitteilung weiter. "Da stellt sich schon die Frage, wie verbindlich Beschlüsse sind. Inwieweit können wir uns auf Zusagen von vor einem halben Jahr verlassen?", so der Landrat.

Anfang Juli hieß es noch von Seiten des Landratsamtes, dass die Beteiligung der Stadt an den Kosten Voraussetzung für die Erweiterung sei. Unabhängig davon war man sich nun im Ausschuss darüber einig, dass alles für eine Erweiterung spreche.

Investitionskostenanteil für Bewohner steigt


Das Kreis-Seniorenwohnheim Am Anger soll um 21 auf 69 Plätze vergrößert werden. Damit will der Landkreis die Abläufe in der Pflege optimieren und gleichzeitig der großen Nachfrage nach stationären Dauerpflegeplätzen in der Region Rechnung tragen, erklärt Leiter Ara Gharakhanian. In den nächsten zehn bis 13 Jahren könnten im Landkreis zwischen 150 und 325 Pflegeplätze fehlen, hatte die Pflegebedarfsplanung im Rahmen des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts ergeben. "Auch die Wartelisten, die wir in allen drei Kreis-Seniorenwohnheimen haben, zeigen in diese Richtung", ergänzt Gharakhanian. Durch die Erweiterung werde zudem die Wirtschaftlichkeit der Einrichtung langfristig gesichert.

Die Erweiterung soll voraussichtlich rund 3,9 Millionen Euro kosten. Das Kreis-Seniorenwohnheim muss die gesamten Kosten nun selbst zahlen. Frühestens ab Frühjahr 2022 werde sich deshalb der Investitionsanteil für jeden Bewohner erhöhen – pro Tag und Platz voraussichtlich um 3,50 Euro.

Selbst wenn der Landkreis den Baubeginn verschieben würde, wären Fördermittel des Freistaats auch in den nächsten Jahren nicht zu erwarten, so das Landratsamt.

Seniorenwohnheim Bad Wörishofen wird ab Herbst erweitert

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