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„Falsche Gewinnversprechen“ als Masche
Seniorin aus Bad Hindelang überweist 400 Euro an Anrufbetrüger

Frau überweist 400 Euro an Anrufbetrüger (Symbolbild)
  • Frau überweist 400 Euro an Anrufbetrüger (Symbolbild)
  • Foto: David Yeow
  • hochgeladen von David Yeow

Eine Seniorin erhielt im September mehrere Anrufe von Unbekannten. Für einen angeblichen Gewinn von 38.000 Euro müsse sie noch Gebühren überweisen, bevor der Gewinn übergeben werden könne. Die Frau übermittelte Wertgutscheinnummern in Höhe von 400 Euro.

Der Anlass

Unbekannte Anrufer nahmen mehrfach mit der Frau telefonisch Kontakt auf. Im Verlauf von mehreren Gesprächen eröffneten ihr die Anrufer, dass sie an einem Gewinnspiel teilgenommen und dabei eine Summe von 38.000 Euro gewonnen habe.
Um den Gewinn nun überreicht zu bekommen, müsse die Frau 1.000 Euro an Gebühren begleichen, die bei der Gewinnübergabe fällig würden. Diese Gebühren sollten über sogenannte „Google Play“-Karten beglichen werden, die die Frau im Vorfeld erwerben sollte.
Dieser Aufforderung kam sie auch nach und übermittelte vorab, angeblich zu einer Überprüfung, die Codes, welche die Betrüger einlösten und die Karten damit entwerteten.
Die Seniorin erzählte im Verlauf der Telefonate ihrem Sohn von dem Gewinn, der den Betrug erkannte und die Polizei verständigte. Trotzdem entstand der Frau ein Schaden von 400 Euro.

Die Masche

Die Vorgehensweise der Callcenterbetrüger ist der Polizei bestens bekannt. Die Anrufer melden sich mit der freudigen Ankündigung eines Gewinns und spielen auf Gewinnspielteilnahmen der Angerufenen in der Vergangenheit an. Durch geschickte Gesprächsführung vermitteln sie, dass nur noch eine Hürde zwischen den Angerufenen und dem Gewinn steht: die vermeintlichen Gebühren, Steuern oder Notarkosten.
Die entsprechenden Gewinne existieren nicht, die Gebühren werden über anonyme Bezahlmethoden sofort transferiert - meist ins Ausland.

Das Phänomen

Durch Callcenterbetrüge unter dem Phänomen „Vortäuschen eines Gewinns“ entstand im Jahr 2019 ein Schaden von über 85.000 Euro im Zuständigkeitsbereich des PP Schwaben Süd/West. Die Polizei registrierte im Jahresverlauf 344 Anrufe, mehr als 50 dieser Anrufe waren für die Betrüger von Erfolg gekrönt. Im Jahr 2020 wurden bereits weit über 150 Anrufe mitgeteilt, hier waren bislang etwa 20 erfolgreich. Die Schadenssumme im laufenden Jahr beträgt bereits über 50.000 Euro.
Im Landkreis Oberallgäu und der Stadt Kempten meldeten sich 2019 103 Angerufene bei der Polizei. Im Jahr 2020 gingen bislang schon knapp einhundert Meldungen ein, der Schaden liegt dabei bereits jetzt bei etwa 35.000 Euro.

Die Empfehlungen

Die Polizei rät:

  • Machen Sie sich bewusst: Wenn Sie nicht an einer Lotterie teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben!
  • Geben Sie niemals Geld aus, um einen vermeintlichen Gewinn einzufordern und zahlen Sie keine Gebühren.
  • Machen Sie keinerlei Zusagen am Telefon.
  • Geben Sie niemals persönliche Informationen weiter: keine Telefonnummern und Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen, Kreditkartennummern oder Ähnliches.
  • Fragen Sie den Anrufer nach Namen, Adresse und Telefonnummer der Verantwortlichen, um welche Art von Gewinnspiel es sich handelt und was genau Sie gewonnen haben. Notieren Sie sich seine Antworten.
  • Weitere Hinweise finden Sie unter www.polizei-beratung.de.

(PP Schwaben Süd/West, 08:40 Uhr, hs)

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