Warnung
Allgäuer Polizei besorgt über den Anstieg der Delikte der „Falschen Polizeibeamten“

Immer mehr Betrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus.
  • Immer mehr Betrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus.
  • Foto: Anja Lachenmayer
  • hochgeladen von Michelle Aus dem Bruch

Die Zahlen der Delikte der "Falschen Polizeibeamten" ist in den letzten Monaten stark angestiegen. Dieses Jahr wurden bereits rund 322 Fälle zur Anzeige gebracht. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 waren es im gleichen Zeitraum nur 107 Anzeigen. Die Zahl hat sich also mehr als verdoppelt. „Die teilweise immens hohen finanziellen Schäden sowie das dadurch entstehende Misstrauen gegenüber unseren eigenen Beamten ist besorgniserregend“ so Polizeipräsident Strößner.

Rentnerin in Bad Hindelang überweist über 32.000 Euro

Erst Anfang April hatte eine Frau aus Bad Hindelang Betrügern insgesamt über 32.000 Euro auf ein Konto in der Türkei überwiesen. Ein unbekannter Anrufer gab sich als Staatsanwalt aus und forderte zunächst 5000 Euro, die sie ihm ohne triftigen Grund überweisen sollte. Bei insgesamt 74 Telefonaten innerhalb von drei Wochen gewann der Mann das Vertrauen der Rentnerin und bot ihr sogar ein Ferienhaus in der Türkei an.

Immer wieder überwies sie dem Betrüger Geld. Insgesamt über 32.000 Euro. Als sie ihm nochmal 27.200 überweisen wollte, wurde ein Mitarbeiter der Bank auf den Fall aufmerksam und schaltete die Polizei ein. Die Überweisung wurde so verhindert.

Rentner in Kaufbeuren wird Opfer einer Betrugsmasche

Ein paar Wochen später fiel auch ein Rentner aus Kaufbeuren auf eine Betrugsmasche herein. Angebliche Polizisten riefen den Mann an und erzählten ihm von einem kriminellen Bankmitarbeiter. Sie brachten ihn dazu, rund 40.000 Euro von seinem Konto abzuheben und es zu Hause zu verwahren, bis ein "Polizist" es abholt. Der Rentner schaltete schließlich die "echte Polizei" ein und diese konnten die Betrüger festnehmen.

Das Vorgehen der Betrüger

Die Betrüger geben sich als Polizisten oder andere behördliche Vertreter aus. Sie denken sich immer neue Geschichten aus und gestalten diese sehr detailreich. Die Täter rufen ihre Opfer ständig an und telefonieren teilweise stundenlang mit ihnen. So gewinnen sie das Vertrauen der Opfer. Das Telefondisplay zeigt oft die Nummer der örtlichen Polizeidienststelle oder die örtliche Vorwahl in der Verbindung mit der 110 an. Die Täter können die angezeigte Nummer mit einer Software manipulieren. Trauen Sie den Tätern deswegen nicht. 

Die Polizei rät in solchen Fällen zu folgenden Verhaltensweisen:

  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Zeitdruck setzen - Hinterfragen Sie alles kritisch!
  • Geben Sie am Telefon nie Auskunft über Vermögensverhältnisse!
  • Behörden fordern nie auf solche Art und Weise Geld oder Vermögenswerte von Ihnen!
  • Lassen Sie sich eine Rückrufnummer geben
  • Trennen Sie die Verbindung durch Auflegen und wenden sie sich an die Notrufnummer 110, wenn möglich von einem anderen Telefon. Lassen Sie sich nicht verbinden!
  • Setzen sie Familienangehörige über diese Vorgehensweisen in Kenntnis
  • Informieren Sie über derartige Anrufe Ihre Angehörigen
  • In Bayern erhalten Sie keine Anrufe von der Notrufnummer 110!

Die Polizei bietet für interessierte Seniorengruppen Präventionsveranstaltungen an. Im Rahmen des Projekts „Sicherheit für Senioren“ beraten pensionierte Polizisten und engagierte Ehrenamtliche Gleichaltrige bezüglich der Vorgehensweise von Kriminellen. Bei Interesse können sich Verantwortliche der Gruppe an das Sachgebebiet Kriminalitätsbekämpfung unter Tel. 0831/9909-1330 wenden.

Autor:

Michelle Aus dem Bruch aus Altusried

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019