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Klein, süß, flauschig: Biber-Babys bei Bad Hindelang aus Kanal gerettet

Glück im Unglück hatten zwei Biber-Babys in Bad Hindelang.
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  • Glück im Unglück hatten zwei Biber-Babys in Bad Hindelang.
  • Foto: Benjamin Liss
  • hochgeladen von Stephanie Eßer

Glück im Unglück hatten zwei Biber-Babys in Bad Hindelang. Alexander Kullmann hatte die beiden Biberjungen in einem Rechen gefunden. "Bei uns am Campingplatz läuft ein Kanal vorbei. Vor unserem kleinen Kraftwerk befindet sich ein Rechen, dort haben unsere Haustechniker und meine Tochter die Tiere entdeckt und sie sofort gerettet", so der 50-jährige Hotelfachmann.

Doch leider kam für ein weiteres Jungtier jede Hilfe zu spät, es ist konnte nur noch Tod aus dem Wasser gezogen werden. "Wir haben umgehend den Tierschutzverein verständigt. Stephanie Schwarz holte die Tiere dann direkt bei uns ab", erklärt Kullmann. Doch damit sind die Tiere noch nicht gerettet. "Ich schätze, die Tiere sind knapp einen Monat alt", so Stephanie Schwarz. Die gelernte Tierpflegerin hat schon öfter Tiere bei sich aufgenommen. Neben einem Reh, Tauben und Feldhasen, hat die Vorsitzende des Tierschutzvereins Sonthofen auch schon einen Waldkautz wieder aufgepäppelt.

"Einen Biber hatte ich noch nicht und dann gleich zwei schon gar nicht", meint die 36-Jährige. Seit vergangenen Samstag sind die kleinen, flauschigen, 750 Gramm schweren Tiere bei Schwarz. "Ich habe Kontakt mit dem Landratsamt aufgenommen und ihnen erklärt, was passiert war. Die Biberberaterin ist froh, dass die Tiere aktuell bei mir unterkommen. Doch wie die Tiere in den Kanal kamen, ist unklar. Meistens werden die Tiere von irgendetwas gestört oder durch ansteigendes Wasser dazu gezwungen, ihren Bau zu verlassen. Aber so klein und jung wie sie sind, können sie noch nicht richtig tauchen", erklärt die 36-jährige weiter.

"Langsam geht es bergauf"

Doch bei ihrer jetzigen Ersatzmama haben sie es gut: Die beiden Tiere leben in einem großen Käfig, haben eine Höhle, Äste und auch einen kleinen Schwimmbereich, wo sie plantschen können. Die Biber-Babys sind ganz in ihrem Element und lassen sich von nichts und niemandem abbringen. Es scheint fast so, als hätten die kleinen Biber-Babys eine Mission: sich gründlichst zu waschen. "Dass die Kleinen dabei immer wieder das Gleichgewicht verliert, scheint sie nicht sonderlich zu stören", so die gelernte Tierpflegerin. Täglich werden sie mindestens dreimal gefüttert und langsam geht es bergauf. "Anfangs haben sie nichts gefressen, aber Tag für Tag wird es immer besser", sagt Schwarz. Neben Ästen aus dem Wald, Blättern und krautigen Pflanzen, bekommen die etwa einen Monat alten Jungen jetzt Aufzuchtmilch, die normalerweise für Katzen vorgesehen ist.

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Doch die Tiere bleiben nicht immer so klein, wie sie jetzt sind. Europas größte Nagetiere werden zwischen 113 und 137 Zentimeter lang und werden meist zwischen 23 und 30 Kilogramm schwer. Der Biber-Bestand in Bayern beläuft sich derzeit auf etwa 22.000 Tiere, die in rund 6.000 Revieren leben. Diese relativ hohe Zahl sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Biber immer noch zu den seltensten Tieren in Deutschland zählt und sein aktueller Bestand nur ein Bruchteil des ursprünglichen Vorkommens in Bayern ist, erklärt der Bund Naturschutz.

Wer einen Biber findet und ihn mit nach Hause nimmt, macht sich strafbar. "Sollte man einen verletzten Biber oder Biberjungen finden, sollte man das Landratsamt, die Polizei oder einen Tierarzt verständigen. Aber niemals einfach so mit nach Hause nehmen", so Schwarz. Wie es mit den zwei Bibern, die gerade ein neues Zuhause bei Stephanie Schwarz gefunden haben, weitergeht, steht schon fest. In ein bis zwei Wochen kommen die jungen Tiere in eine Auffangstation, erklärt die Tierschützerin. Dort leben die Tiere noch zwei Jahre zusammen, bis sie in eigene Reviere ausgewildert werden.

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