Weltmeisterschaft
Allgäuer Metzger-Geschwister: Mit Messer und Kettenhemd zur WM in die USA

Katharina und Matthias Endrass trainieren für die Weltmeisterschaft in den USA
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Sie tragen Kettenhemd und Kettenhandschuhe, neben ihnen liegen eine Reihe von Messern, eine Säge und ein Beil. Im nächsten Jahr treffen sich Fleisch-Profis aus aller Welt in Sacramento (US-Bundesstaat Kalifornien) und kämpfen dort um den Weltmeistertitel im Metzgerhandwerk. Mit dabei, sind auch zwei Allgäuer aus Bad Oberdorf. Die Geschwister Katharina und Matthias Endrass sind dieses Jahr im Team der "Butcher Wolf Pack". Die 28-Jährige und ihr 33-jähriger Bruder trainieren in ihrer eigenen Metzgerei in Bad Oberdorf.

2018 das erste mal dabei

"2018 ist die deutsche Mannschaft das erste mal in Irland angetreten. Die Weltklasse trifft sich hier und kämpft um den Titel", so Endrass. Vergleichbar mit einem Leistungswettbewerb in Deutschland ist der Wettbewerb nicht. Als die Deutschen in Irland gelandet sind, war das deutsche Team schon von den jungen Metzgern überrascht. "Die Franzosen können schon einiges, das war schon eine Hausnummer", so Endrass. Doch jetzt im Sommer wollen die Deutschen den Titel nach Hause holen. "Jeder muss nicht alles können, wenn einer etwas nicht kann, macht es halt ein anderer, der da schon Erfahrung hat", erklärt der 33-jährige Metzger.

Einzelwettbewerb bei den "Young Butchern"

Die "Young Butcher", wie die 28-jährige Katharina Endrass haben einen Einzelwettbewerb. Sie müssen einen kompletten Tisch allein liefern. Das Team der erwachsenen Butcher besteht aus einer Frau und fünf Männern. Die Mannschaften haben bei der Weltmeisterschaft drei Stunden und fünfzehn Minuten Zeit, um ein halbes Rind, ein halbes Schwein, ein ganzes Lamm und fünf Hähnchen zu verarbeiten. Blitzschnell und gekonnt muss das Fleisch zerlegt und anschließend veredelt werden. Gewürze, Marinaden und Zutaten dürfen die Metzger selber mitbringen. Die Herausforderung liegt darin, Neues zu erfinden, was aber auch im Alltag hergestellt, verkauft und zubereitet werden kann.

Glücklicherweise Nachnominiert

Anfangs war die junge Allgäuerin nicht für das Team geplant, aber sie wurde glücklicherweise nachnominiert und darf jetzt mit in die USA und dort ihr können zeigen. Im September geht es für die Allgäuer und ihr Team dann los. Insgesamt nehmen an der "World Butcher Challenge" 16 Nationen Teil. Neben Deutschland sind auch Mannschaften aus Brasilien, Kanada, Bulgarien, Griechenland, Irland, Südafrika und Neuseeland am Start.

Durch Casting in die deutsche Mannschaft

Durch ein Casting kamen die beiden Geschwister aus dem Allgäu in die deutsche Mannschaft. Während Katharina um den Titel "Young Butcher" kämpft, ist ihr Bruder Matthias in der Mannschaft der Erwachsenen. Nach dem Vorbild der World Butchers' Challenge hat die 28-Jährige nur zwei Stunden und fünfzehn Minuten Zeit, um eine Reihe von Urschnitten in eine Ausstellung von vorher festgelegten Produkten und ihren eigenen Kreationen zu zerlegen. 

"Wir sind alle gut in dem was wir tun, aber wenn man nicht im Team arbeiten kann, hat man da nichts verloren", so der 33-Jährige. Immer wieder haben die Teilnehmer ein Trainingswochenende in Augsburg oder in Landsberg. Aber auch in der eigenen Metzgerei trainieren die beiden Allgäuer wöchentlich.

So wenig Abfall wie möglich

"Wir zerlegen dabei alle Tiere, die Produkte gehen dann auch in den Verkauf. Wichtig ist, dass wir auch so wenig Abfall produzieren wie möglich, ansonsten bekommen wir auch einen Punkteabzug", so der 33-Jährige.

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