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Tierskandal Bad Grönenbach

Tierskandal
Dritter Betrieb im Unterallgäu gerät ins Visier der Staatsanwaltschaft

Mittlerweile sind im Unterallgäu drei Milchviehbetriebe im Visier der Staatsanwaltschaft.
  • Mittlerweile sind im Unterallgäu drei Milchviehbetriebe im Visier der Staatsanwaltschaft.
  • Foto: Ralf Lienert
  • hochgeladen von Camilla Schulz

Ein dritter Milchviehbetrieb im Unterallgäu ist am Donnerstag wegen des Verdachts auf Tierquälerei ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Es seien in diesem Fall bisher lediglich Vorermittlungen eingeleitet worden, bestätigte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde in Memmingen. Es gebe noch keinen begründeten Anfangsverdacht.

"Die Leute sind jetzt sehr sensibel"

Nach einem anonymen Hinweis aus der Bevölkerung hätten Mitarbeiter des Veterinäramtes und des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit den Betrieb am Mittwoch kontrolliert, sagte eine Sprecherin des Unterallgäuer Landratsamtes gegenüber unserer Zeitung.

Nach ihren Worten gehen seit dem ersten bekannt gewordenen Fall in Bad Grönenbach mehr Hinweise aus der Bevölkerung über nicht fachgerechte Tierhaltung bei Landwirten als üblich ein: „Die Leute sind jetzt sehr sensibel.“

Die Memminger Staatsanwaltschaft ermittelt zudem weiterhin gegen zwei Betriebe aus Bad Grönenbach wegen des Verdachts der Tierquälerei.

Die Landtags-Grünen fordern nun eine Rinderhaltungsverordnung. „Vom Huhn bis zum Kaninchen ist im Tierschutzgesetz die Haltung von Nutztieren klar geregelt. Einzig für Rinder und Puten gilt diese Regelung nicht“, kritisierte die Sprecherin für Landwirtschaft, Gisela Sengl.

Vorwürfe gegen Transport von Puten nach Oberbayern

Unterdessen gibt es auch Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Transport von Puten aus Ungarn zu einem Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb im oberbayerischen Ampfing (Landkreis Mühldorf am Inn). Die Soko Tierschutz veröffentlichte im Internet ein mehrere Wochen altes Video. Darauf ist zu sehen, wie lebende Puten teils meterweit in Tiertransporter geschleudert werden. Die Süddeutsche Truthahn AG teilte mit, dass aus dem Betrieb in Ostungarn bis zur Klärung der Vorwürfe keine Puten mehr nach Ampfing geliefert werden dürften. „Weiter haben wir dies zum Anlass für eine Regelung genommen, dass alle Höfe, die uns beliefern, ab sofort noch häufiger geprüft werden“, sagte Vorstand Dieter Bockhorn. Bisher hätten sich jedoch aus den Transport- und Veterinärprotokollen keine Hinweise auf Tierschutzvergehen ergeben.

Was Politiker fordern

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) plädierte für eine Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe. „Zur Wahrheit gehört aber auch: Wer Unterschriften sammelt gegen einen Putenstall mit 10.000 Tieren in Bayern, bekommt sein Fleisch dann eben aus einem Betrieb mit 100.000 Puten aus Osteuropa“, sagte der Minister.

Grüne und SPD forderten eine rückhaltlose Aufklärung. „Die Bilder von diesen Tierquälereien sind völlig unerträglich“, sagte SPD-Landtagsabgeordneter Florian von Brunn. (mit dpa)

Autor:

Michael Munkler aus Kempten

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