Eltern protestieren vor der Polizeidienststelle
Junge Männer (18) greifen Polizeibeamte in Augsburg mehrfach an

Die Polizei nahm zwei 18-Jährige in Gewahrsam, weil sie auf Polizeibeamte losgegangen waren. (Symbolbild)
  • Die Polizei nahm zwei 18-Jährige in Gewahrsam, weil sie auf Polizeibeamte losgegangen waren. (Symbolbild)
  • Foto: Bundespolizei
  • hochgeladen von Stephanie Eßer

Am Samstagabend sind in Augsburg zwei 18-jährige Männer auf Polizisten losgegangen. Gegen 20:30 Uhr hatte eine Polizeistreife fünf Personen in der Dieselstraße kontrolliert und durchsucht. Bei einem 21-jährigen Mitglied der Gruppe fanden die Beamten eine Druckverschlusstüte mit Marihuana. Deshalb nahmen die Polizisten den Mann vorläufig fest und wollten ihn für weitere Maßnahmen zu einer Polizeiinspektion bringen. Jedoch verhielten sich zwei weitere 18-jährige Männer aus der Gruppe zunehmend aggressiver. Einer der 18-Jährigen ging dann plötzlich auf einen der Polizeibeamten los. 

Polizist leicht verletzt

Der junge Mann musste deshalb zu Boden gebracht werden. Während er gefesselt wurde, griff allerdings ein weiterer 18-Jähriger aus der Gruppe einen Beamten an. Die Polizisten konnten den Angriff des zweiten Mannes mit Pfefferspray abwehren. Inzwischen waren auch schon Unterstützungskräfte am Einsatzort angekommen. Die Situation war zu diesem Zeitpunkt beruhigt und die beiden 18-Jährigen und der 21-Jährige wurden zu einer Polizeiinspektion gebracht. Ein Alkoholtest ergab bei den 18-jährigen Männern einen Wert von 0,4 bzw. knapp 1 Promille. Die beiden anderen Mitglieder der Gruppe waren soweit kooperativ und wurden laut Polizei nach der Durchsuchung entlassen. Ein Polizeibeamter wurde bei dem Angriff durch einen Schlag gegen den Kopf leicht verletzt. Er konnte seinen Dienst aber weiter ausüben. 

Eltern protestieren vor der Polizeidienststelle

Die Polizei übergab die beiden 18-Jährigen nach Abschluss der Maßnahmen auf der Polizeiinspektion ihren Eltern. Die erschienen selbstständig auf der Polizeidienststelle. Allerdings protestierten sie vor dem Gebäude lautstark gegen die Maßnahmen. Nachdem die 18-Jährigen dann entlassen waren, steigerte sich auch ihre Aggressivität wieder. Sie schloßen sich dem lautstarken Protest gegen die Maßnahmen an. Schließlich fuhren die Familien zu einer anderen Polizeidienststelle in Augsburg. 

18-Jähriger und Mutter greifen Polizisten erneut an 

Dort angekommen beschwerte sich die Gruppe weiterhin aggressiv über die Vorkommnisse. Weil es keinen Grund gab, sich in der Dienststelle aufzuhalten, verwiesen die Beamten sie aus dem Gebäude. Die Familien verließen zwar die Polizeiinspektion, hielten sich aber weiter auf dem Gelände auf. Deshalb kamen mehrere Streifen dazu und forderten die Protestierenden auf, das Areal zu verlassen. Weil die 18-Jährigen wieder durch aggressives Verhalten auffielen, sollten sie erneut in Gewahrsam genommen werden. Während einer der beiden das akzeptierte, wehrte sich der andere massiv dagegen. Der junge Mann entriss einem Polizisten seinen Einsatzgürtel. Die Beamten verhinderten jedoch, dass er Einsatzmittel benutzen konnte. Weil sie die Polizisten daran hindern wollte, dass sie ihren Sohn in Gewahrsam nahmen, griff die 37-jährige Mutter des 18-Jährigen ebenfalls ein und ging die Polizisten an. 

Am Kopf verletzt und Polizeiarrest

Im Zuge des unmittelbaren Zwangs wurde der 18-Jährige am Kopf verletzt, wie es im Polizeibericht heißt. Der junge Mann wurde ambulant in einem Klinikum behandelt. Die restliche Nacht verbrachte er dann zusammen mit dem anderen 18-Jährigen im Polizeiarrest. Die Beamten verzichteten darauf, auch die Mutter in Gewahrsam zu nehmen, weil sie weitere kleine Kinder zu Hause hatte und sie sich in der Zwischenzeit beruhigt hatte. Gegen die 18-Jährigen wird nun unter anderem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ermittelt. Auch gegen die 37-jährige Mutter wird wegen deren Verhaltens ermittelt. Der 21-Jährige muss sich wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten.

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