NUKLEARMEDIZIN
DIE ENTWICKLUNGSPERSPEKTIVEN DER RADIOPHARMAZIE

Redaktioneller Hinweis: Dies ist ein Heimatreporter-Beitrag. Er spiegelt die Meinung des Verfassers wider.

Zigtausende Männer in Deutschland erkranken jedes Jahr an Prostatakrebs. Die Überlebenschance ist gut, wenn er früh erkannt wird. Dennoch können in manchen Fällen auch nach Jahren noch Metastasen auftauchen, selbst wenn die Prostata längst entnommen wurde. Wissenschaftlern um den Professor für Nuklearmedizin, Samer Ezziddin, ist es nun gelungen, mithilfe einem neuartigem Radiopharmakon die Bildgebung für diese Patienten erheblich zu verbessern. Damit steigt auch die Überlebenschance.

Die Nuklearmedizin in der Welt entwickelt sich mit jedem Jahr. Die sich am aktivsten entwickelnde Radiopharmazie. Mit Hilfe von speziell hergestellten Arzneimitteln mit darin enthaltenen radioaktiven Isotopen oder Radiopharmaka haben Ärzte gelernt, auf zellulärer Ebene die allerersten Anzeichen schwerer Krankheiten wie Krebs zu erkennen.

Radiopharmaka sind für den Menschen absolut sicher, ihre Einnahme verursacht keine Schmerzen. Aber ihre Gabe ist sehr effektiv: Schwache radioaktive Strahlung, die aus dem Körperinneren kommt und von speziellen Kameras empfangen wird, die sich wenige Zentimeter vom menschlichen Körper entfernt befinden, gibt dem Arzt die genauesten Informationen über Pathologien und Anomalien in den inneren Organen und Geweben des Patienten.

Roberto Oberg, Doktor der Neurochirurgie und Onkologie des Hospitals Glória D'Or in Rio de Janeiro glaubt, dass die Entwicklung der Radiopharmazie nicht nur das wichtigste, sondern auch das vielversprechendste Forschungsgebiet ist. „Meiner Meinung nach wurden solche Medikamente noch nicht ausreichend untersucht, und es wäre richtig, einen solchen Entwicklungsvektor zu wählen, um mehr Zeit und Ressourcen für die Herstellung neuer und die Forschung bestehender zu widmen. Natürlich muss man auf globaler Ebene mehr über diese Medikamente erzählen, denn viele Patienten haben Angst vor der Einnahme von Medikamenten mit radioaktiven Isotopen. Es ist auch wichtig, weiter an den Mitteln des Kranheitenverfahrens zu arbeiten. So befinden sich beispielsweise in der Entwicklung ein Test zur Bestimmung des Vorhandenseins im menschlichen Körper des Bakteriums Helicobacter pylori, eine Technologie zur Herstellung von Radioisotopen für die Medizin auf Zyklotronen und viele andere Innovationen, die so schnell wie möglich entwickelt und auf den Markt gebracht werden müssen.“

Bisher entwickelt sich die Nuklearmedizin aktiv nur in Europa. In Deutschland wird sie seit langem in führenden Kliniken und Abteilungen der Nuklearmedizin eingesetzt. Die Produktion von Radiopharmazeutika entwickelt sich auch aktiv in Russland, und es werden sogar Wettbewerbe für die beste Erfindung der jüngeren Generation abgehalten. In den Ländern Afrikas und Lateinamerikas ist die medizinische Situation jedoch immer noch enttäuschend. „In diesen Regionen ist die Situation sowohl medizinisch als auch wirtschaftlich grundsätzlich sehr schwierig. Auf Wunsch werden sie höchstwahrscheinlich nicht über die Mittel verfügen, um neue medizinische Labors und Zentren zu bauen, Geräte zu kaufen und Radiopharmazie zu entwickeln. Hier kommt es vor allem auf finanzielle Unterstützung an, da einheimische Wissenschaftler deutschen oder russischen in Qualifikation und Intelligenz in nichts nachstehen. Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, Kooperationen aufzubauen und jede Art von Unterstützung anzubieten, weil dies ein Beitrag für unsere Zukunft ist.“ - sagt Oberg.

Nuklearmedizinische Technologien haben bereits ihre Wirkung und den Bedarf an Weiterentwicklung erwiesen. Die Radiopharmazie entwickelt sich aktiv in Deutschland, den USA, Großbritannien und Italien. Die Abteilungen für Nuklearmedizin sind seit langem führend in den größten Kliniken in Deutschland, Frankreich, Spanien, Belgien und Italien. Andere Länder auf der ganzen Welt entwickeln diese Technologien ebenfalls auf Forschungs- und Laborebene und planen, die Nuklearmedizin in Zukunft auf ein fortgeschritteneres Niveau zu bringen.

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